12. Modellbauausstellung des Kraftwerk e. V. Chemnitz
18./19.11.2017

Text Thomas Geier, Bilder Bernhard Pethe


Mit der 12. Auflage kann man die Ausstellung im alten Pionierhaus in Chemnitz schon als etabliert bezeichnen, auch wenn sie sicher nur in den Jahreskalendern der regionalen Akteure vermerkt ist. Sie ist über die Jahre als reine Spektrums-Schau, ohne Events wie Wettbewerb, Workshops oder Lesungen/Interviews gewachsen. Solche Ausstellungen geben aber regelmäßig die Plattform für Vereine (fast ganz Sachsen war vertreten) und Einzelaussteller, sich und ihr Schaffen ohne Kategorisierung darzustellen.

Bernhard vertrat die Farben des FFMC am Samstag mit einem Stand und ich kam am Sonntag im Rahmen eines Familienausflugs in Chemnitz vorbei, was deutlich macht, wie unkompliziert die Sache von Veranstaltern, Ausstellern und Besuchern gesehen wird. Die Plastik- Sparte gab sich 2017 den Schwerpunkt „Spitfire“, was einen gesamten Stand füllen konnte.

Wie bei den meisten regionalen Modellbauausstellungen finden sich (mehr oder weniger sicherlich als kostendeckende Zweckgemeinschaft) regelmäßig diverse Sparten der lokalen Modellbauszene. So waren auch in Chemnitz neben Plastik- und Papier-Standmodellen auch RC-Fahrzeuge, Segel- und Motorschiffe, Figuren und Ornament-/Architektur- Modellbau in Papier und Holz mit vorhanden. Was dem Kritiker dann sicher als Unübersichtlichkeit oder Zerfasern der Veranstaltung aufstößt hinterlässt beim Befürworter das Statement, dass sich die Akteure in einer derartigen Veranstaltung Interessen- und v. a. Technologieübergreifend austauschen können, der Blick über den Tellerrand also möglich ist. Dass dieser Austausch nach gemeinsamen Essen und Beisammensitzen beim Bier inmitten der Modelle auch den „Geist“ des ehemaligen „Hauses der Pioniere Karl-Marx- Stadt“ heraufbeschwörte war selbstredend und brachte Anekdoten und Zeitzeugenaustausch, der bei einer reinen Wettbewerbsveranstaltung nie aufkommen kann/wird.

Auch für die Tagesgäste war der Kontakt zu den Granden des Modellbaus Ostdeutschlands (Axel Dietz signierte Skizzen/Lithografien seiner Deckel-/Kalenderbilder und plauderte über die Historie von Plasticard) und der modernen Medien (Dr. Jürgen Willisch vom IPMS präsentierte seine MiG-21- Sammlung) unkompliziert möglich und so war der ideelle Wohlfühl-und Heimateffekt zu jeder Zeit gegeben.

Neben dem traditionellen Untertischgeschäft, wo persönliche Überhänge oder Stapelleichen den Eigentümer wechseln, hatte Lars Grundmann (hsc-models Chemnitz) und je ein polnischer und tschechischer Publikationshändler ihre Händlerstände aufgebaut, wo man für die kommenden Projekte sich mit den notwendigen Utensilien eindecken konnte. Ich persönlich mag diese direkten Händlerkontakte nach wie vor mehr, als den einen oder anderen Euro im Internet zu sparen, da sich Amazon & Co. kaum mit dem Kunden über Verdünnungsverhältnisse und Griffigkeit einer neuen Grundierung austauschen können – und bei Lars geht sowas, und das ist gut so. Auch hier kann man nur hoffen, dass die Veranstaltung sich künftig weitere Besucherkreise erschließen kann, als den „harten Szenekern“ der ohnehin da war. Die Mühen und der Organisationsaufwand, den die örtlichen Akteure für unser gemeinsames Hobby aufbringen, hat es einfach verdient.

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