GoModelling IPMS Austria in Wien
11. und 12. März 2017

Text und Bilder Bernhard Pethe


Eine Ausstellung, die ich versuche seit zehn Jahren mal zu besuchen, aber wegen Familiärer Feierlichkeiten zu Anfang März nie möglich war. Aber in diesem Jahr ist alles etwas anders. Also mußte ich meine „Reiseleiterin“ da nicht lange überzeugen. Also auf nach Wien, zur GoModelling des IPMS Austria. Im Radio läuft Falco, „Hello, Vienna calling, Hello, hello, Vienna calling... Vienna calling, Two, one, zero - Der Alarm ist rot, Wien in Not – Cha, Cha, Cha,Vienna calling.“ Das paßt jetzt aber, denke ich mir und steure gleich das Heeresgeschichtliche Museum an, wo es an diesem Wochenende um Modellbau gehen soll. Einen günstigen Halteplatz zum Ausladen vor dem Eingang zu finden, das war schon nicht einfach. Aber, perfekt organisiert, bekomme ich gleich meine zwei Tische gezeigt und werde mit dem Ablauf bekannt gemacht. Ich hatte Glück, gleich im linken Gang, Parterre, zwei Tage unter einem Fieseler „Storch“. Das war nahezu perfekt und machte mir sichtlich Freude, paßte es doch sehr gut zu einem Flugzeugmodellbauer. Meine Modelle waren schnell aufgestellt, auch die Steckdose vom Dienst war gleich in der Nähe und lieferte Strom für meine Tischbeleuchtung. Ich war gewarnt, durch die ewigen Kritikpunkte zur Ausstellung, zu dunkel und schlechte Luft in den Museumsräumen. Aber schon beim Aufbau war zu erkennen, das dieser Ausstellungsort im Heeresgeschichtlichen Museum mehr zu bieten hat, als nur profanen Modellbau. Nun mußte noch unser Hotel im Zentrum von Wien gefunden werden. Das Hotel „Sacher“ war es nicht. Aber die zentrale Lage war für meine Frau wichtig, für mich ein Hotel mit Parkplatz und alles in einem bestimmten Kostenrahmen. Aber, das gibt es auch in Wien, also alles bestens.

Das Heeresgeschichtliche Museum ist Teil des Wiener Arsenals, welches im den Jahren 1850 bis 1856 gebaut wurde. Heutzutage werden in diesem ältesten Museumsbau der Stadt die Geschichte der Habsburgermonarchie vom Ende des 16. Jahrhunderts bis 1918 und das Schicksal Österreichs nach dem Zerfall der Monarchie bis 1945 gezeigt. Dabei stehen die Rolle des Heeres und die militärische Vergangenheit auf hoher See im Vordergrund. Durchaus sehenswert, auch ohne GoModelling.

Am Samstag bildete sich vor 9 Uhr schon eine Schlange von Besuchern am Einlaß. Grund waren jetzt sicher nicht die Modelle, es waren die vielen Händler die hier europaweit angereist waren und alles anboten, was der Modellfreund so benötigt. Am Vormittag war Anmeldung zum IPMS Wettbewerb in 33 Kategorien. Ihr kennt sicher den Spruch, Modelle die auf dem Ausstellungstisch keinen Platz mehr haben, die kommen in den Wettbewerb.

So war es dann auch. Danach war es Zeit, in den Museumsgängen zu wandeln um sich einen Überblick zu schaffen. Zwischen Museumsvitrinen und zeitgenössischen Ausstellungsstücken, verteilten sich auf zwei Etagen die Tische der Aussteller und die aufgetürmten Bausatzpyramiden der Händler. Es war alles da, es gab fast jeden Bausatz. Auch den interessierten Besuchern, die an meinem Tisch nach der Herkunft einiger Modelle fragten, konnte ich an einen Händler weiter leiten. Die GoModelling ist schon sehr international. Diese Internationalität zieht sich nicht nur durch die Ausstellerliste, man erkennt sie am Ende auch bei der Siegerehrung und Preisverleihung des Wettbewerbes. Die Weiteste Anreise hatte übrigens ein Französischer Modellfreund, der 1700 km bis nach Wien gereist ist.

Modellbautechnisch war alles vertreten, was so allgemein hin unter Plastikmodellbau zählt. Während am Samstag das Publikum mit Modellbauhintergrund überwog, man erkennt sie an den vollen Plastiktüten in den Händen, war am Sonntag auch der reine Museumsbesucher auszumachen. Wenn ich mal an meinem Tisch war, hatte ich auch immer interessante Gespräche. Dabei ging es nicht immer um die Modelle. Die und meine Fliegerische Geschichte in der DDR stand dabei oft im Mittelpunkt. Neben asiatischen Touristen fand ich ein älteres Wiener Ehepaar reizend, denen ich bestätigen mußte, das die Modelle auf diesem Tisch alle von mir gebaut sind. So schön, hätten sie das noch nie gesehen. Auch wenn ich allein, ohne Clubkollegen angereist war, es war nie langweilig. Ich hatte bei meine Platzzuweisung ein weiteres Positivum auf meiner Seite. Die Cafeteria, war keine 50 Meter von meinem Stand entfernt und hatte guten Kaffee und feinen Apfelstrudel zu bieten. Soviel sollte ich aber gar nicht essen, den meine Frau wollt mit mir am Abend in Wien noch einmal ausgehen. Im MuseumsQuartier, kurz MQ, das ist ein Areal im 7. Wiener Gemeindebezirk, findet man tolle Kneipen, spezielle Restaurants oder gemütliche Pizzerias.

Ich hatte erst ein wenig Angst, meinen Tisch unbeaufsichtigt zu lassen. Erstaunlich ist, es wurde keinem Modell auch nur ein Staurohr gekrümmt. Ich habe mir dann auch am Sonntagmorgen Zeit gelassen. Man hatte als Aussteller eine Parkkarte und durfte an ausgewiesenen Plätzen parkieren. Der Platz vor dem Museum wurde bewußt für Besucher freigehalten. Am Sonntag habe ich mir den neuen, sehenswerten Teil des Museums angesehen, Thema der 1.Weltkrieg. Diese Völkerschlacht ist ja nun 100 Jahre her und der Spruch am Museumseingang trifft es voll, Kriege gehören ins Museum.

Mein Gesprächspartner am Nachmittag mußte ich dann dezent darauf hinweisen, das ich mal zur Wettbewerbsauswertung müßte. Eine der Veranstaltung angemessene Siegerehrung, zweisprachig, mit viel Wiener Charme, von der erfahrenen Andrea moderiert. Es hätte nur noch gefehlt, man hätte die Fahnen gehißt und die Nationalhymne abgespielt. Der Auszeichnungsmarathon begann mit dem Dank an die Sponsoren und dann mit der Vergabe von fünf Sonderpreisen für bestimmte Modelle und spezielle Themen.

Für die jugendlichen Teilnehmer war die Freude groß. Denn es gab für alle eine Urkunde sowie ein Bausatz nach eigener Wahl. Anhand der eingangs erwähnten Kategorien kann man sich vorstellen, wie viele Pokale und Preise verteilt wurden. Die ganze Zeremonie dauerte dann auch über eine Stunde. Aber, beim IPMS Austria in Wien, kennt man nun auch den FFMC, dabei hat man nur den Pensionär vorgeschickt. Und weil man nicht mehr im Arbeitsleben steht, waren wir im nächtlichen Wien noch unterwegs und sind erst am Montag wieder nach Hause gefahren. Bleibt noch, mich bei den Jungs und Mädels des IPMS Austria für die hervorragende Organisation der GoModelling und ein kurzweiliges Wochenende in Wien zu bedanken.

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