22. Modellbauausstellung im Flugplatzmuseum Cottbus
16. Oktober 2016

Text und Bilder Bernhard Pethe


Der Sonntagmorgen beginnt mit einem „konspirativen“ Treffen in der Dunkelheit an der Autobahn, bei der ein ominöses 1A Aluminiumblech in meinem Kofferraum verschwindet. Das muss mit nach Cottbus. Okay.

Immer an einem Sonntag im Oktober trifft man sich zur Modellbauausstellung im Flugplatzmuseum in Cottbus. Eine von vielen Attraktionen, die die rührigen Mitglieder des Museums so über das ganze Jahr organisieren. Es ist immer schwierig und keine leichte Aufgabe für Cheforganisator Alex, die interessierten Modellfreunde im Museum alle unterzubringen. Die Platzverhältnisse sind eben überschaubar. Und so trifft man die bekannten Gesichter, ein Klassentreffen. Auch wenn man manches Modell schon einmal irgendwo gesehen hat, das bleibt ja nicht aus, ist trotzdem immer wieder etwas Neues dabei. Man findet schon die ganze Palette des Plastikmodellbaus, wobei die Flugzeuge immer in der Überzahl sind. Da fällt mir die Ausstellung am letzten Sonntag in Merchweiler ein, wo es eine ähnliche Konstellation gab.

Gut gebaute Flugzeugkollektionen im Maßstab 1/144 und 1/72, mit bevorzugten Themen, wie NVA, oder eben einfach Querbeet, alles schön anzusehen. Aber auch professionelle Einzelstücke zogen die Augen der Betrachter auf sich. Verpflegungsmäßig war alles perfekt. Wobei ich ein wenig die Zeiten vermisse, wo es noch richtigen Erbseneintopf mit BoWu aus der Gulaschkanone gegeben hat. Wer gerade auf Diät war, der konnte auch bei Lars sein Geld los werden. Er war wieder mit seinem „Bollerwagen“ von Chemnitz angereist und musste aus Platzgründen im Außenbereich, aber mit Dach überm Kopf, seine Modellbausortiment anbieten. Ich hoffe nur, er hat sich keinen Schnupfen geholt, denn das Wetter hatte sich nicht von seiner besten Seite gezeigt. Dabei war nur 60 km weiter nach Westen, das Goldene Oktober Wetter. Aber gut, das es nicht geregnet hat und so stand dem geordneten Ablauf der 10. Auflage des Plastikmodellweitwurf nichts im Wege. Ein Gaudi, bei dem die zwölf Teilnehmer, aber auch die Zuschauer auf ihre Kosten kamen. Gewonnen hat mein Fliegerfreund Lutz, der mit einer Il-2 angetreten war. Für die Erstplatzierten gab es wieder eine Flasche Sekt. Ich habe mich auf Platz 4 eingeordnet und nach einem Becher Kaffee und einem lecker Stück Mohnkuchen hatte ich meine innere Balance wiedergefunden. Ein paar Außenaufnahmen wollte ich noch machen, da die Flugzeuge und Hubschrauber wieder umgeparkt wurden. Ursache war ein Grundstückzuwachs, der dem Museum neue Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Der Tag in Cottbus geht immer schnell vorbei.

Das Blech, man erinnert sich? Das wurde gegen eine Keksdose getaucht, das muss mit nach Thüringen. Okay, kann aber nichts passieren, war meine Frage. Nein. Drei Stunden später am gleichen Ort, wieder ist es dunkel, nur der Mond wirft sein fahles Licht auf die beiden Fahrzeuge, die nebeneinander halten. Die Keksdose wird übergeben. Diese Szene hatte was von Geheimdienst oder organisierten Verbrechen.

Danke Bernhard für meinen Schwingschleifer, den ich beim letzten Arbeitseinsatz im Museum vergessen hatte. Die letzten paar Kilometer bis nach Hause beschwingt mich der Gedanke, wegen des Schleifers, wie doch ein Rädchen in das andere greift.

Zurück zur Übersicht

 

© Flugzeugform Modellbauclub