Pilsen-Kit 2016
03.09.2016, Pilsen (Tschechische Republik)

Text und Bilder Bernhard Pethe


Es war mal wieder Zeit, nach Pilsen zu fahren, nachdem ich da vier Jahre nicht gewesen bin und diese Ausstellung in guter Erinnerung hatte. Und gleich gab es eine Überraschung. Ich hatte zwar den richtigen Ort im Navi, konnte mir aber keinen Reim darauf machen, wo ich war und wo soll hier eine Modellbauausstellung sein? Also bin ich zum alten Ausstellungsort am Schießsportzentrum gefahren. Hier gähnende Leere, alles verschlossen. Nur gut, das die Pilsener Modellfreunde Wegweiser von hier zum neuen Ausstellungsort gestellt hatten. Dann haben aber wohl ein, zwei Schilder gefehlt und so landete ich auf einem Trödelmarkt. Nein dachte ich mir, so weit kann der Tschechische Modellbau nicht gesunken sein. Nun bin ich etwas in der Gegend umhergecruist und wenn meine Frau nicht neben mir gesessen hätte, hätten mir auch charmante Damen zugelächelt. Dann konnten wir plötzlich ein paar junge Männer mit verdächtigen Kartons in den Händen erblicken. Die Fährte wurde konspirativ aufgenommen und siehe da, wir hatten die Location gefunden. Glücklicherweise war noch ein Parkplatz in der Nähe. Etwas später war die ganze Gegend zugeparkt. Die Anmeldung wurde am Vorabend per Internet erledigt und so dauerte das Check-in keine Minute. Meine vier Modelle waren schnell in die jeweiligen Kategorien eingeordnet und schon ging es auf die Händler zu. Die neue Halle, auch eine große Sporthalle und ein wenig größer, war in zwei Hälften geteilt. Zur einen die Tische mit den Modellen und die andere Seite, die Händler, knapp 30 Stück! Alles auf einer Ebene. Mein „Einkaufszettel“ war schnell abgearbeitet und der Eindruck, das jemand schon wieder an der Preisschraube gedreht hat, der Gedanke ließ mich den ganzen Tag nicht los. Im Außenbereich konnte man schön sitzen und erst einmal ein Bier trinken. Meine Gattin musste mich dann aber auch gleich erinnern, das ich ja noch 360 km nach Hause fahren wollte. Also gut, eins noch und dann gehen wir zu Fuß, Stadt gucken.

Das gute am neuen Ort ist, man ist in 20 Minuten mittendrin, statt nur dabei. Stadt gucken macht müde und hungrig. Restaurants und Cafés laden zum Ausruhen ein. Mit Wohlwollen musste ich dabei feststellen, bei Speise und Trank hat noch keiner an der Preisschraube gedreht. Also ein Modellbau-spezifisches Phänomen? Egal. Nach drei Stunden waren wir wieder an der Mestská sportovní hala TJ Lokomotiva Plzen. 11 Kilometer zeigte mein feinjustierter Schrittzähler, Bernhard, das reicht für heute. Der Massenandrang vom Vormittag hatte sich gelichtet und so war Platz, noch ein paar Bilder von interessanten Flugzeugmodellen zu schießen. Weitere Modellfreunde aus Deutschland sind mir nur die Leipziger begegnet. Pünktlich 16 Uhr war Preisverleihung in 47 Kategorien. Meine Erwartungen hatte ich schon sehr heruntergeschraubt, zumal da auf den Tischen exzellent gebaute Modelle standen. Die sicher nicht einfache Arbeit der Jury wird wenigsten dadurch vereinfacht, das man keine Platzierungen mehr vergibt, sondern nur noch die Prämierungswürdigen Modelle benennt. Nun, mit der Tschechischen Sprache ist es für deutsche Ohren nicht so einfach und so hätte ich, wäre nicht mein Modell auf der Leinwand erschienen, meinen Namen glatt überhört. Nach etwa einer Stunde hatten alle Diplome und Plaketten ihre Modellbauspezies gefunden. Abschließend muss man den Organisatoren des KPM Plzen und des KPM Kaznejov ein großes Dankeschön sagen. Es war ein kurzweiliger Tag und ein schönes Event in der neuen Halle.

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