Internationale Modellbautage des PMC Thüringen e.V.
21./22.05.2016 in Arnstadt

Thomas Geier


Es ist auch mal ganz angenehm, eine Ausstellung aus dem „nur-Besucher-Blickwinkel“ zu betrachten. Dies taten Bernhard am Sonntagnachmittag und ich an beiden Tagen stundenweise, da das von uns unterstützte Modellbau- und Technikmuseum Großbreitenbach einen Informationsstand betrieb und so auch ohne eigene Standpräsenz alte Bekannte zu guten Gesprächen getroffen werden konnten.

Nachdem wir sogar Aussteller bei der letztjährigen Veranstaltung waren, hatten wir in deren Nachgang schon einige Fragen aufgeworfen und Verbesserungspotential angesprochen. Im aktuellen Gespräch mit den Organisationsverantwortlichen beim PMC bekamen wir Andeutungen, dass gewisse örtliche Vorgaben deren Umsetzung nicht, v. a. keine Eigenbewirtschaftung, zuließen. Eine solche hätte aber dem familiären Charakter der Traditionsausstellung gut getan. In einigen Passagen schon nicht mehr als Internationale Modellbautage, sondern als PMC Jahresausstellung/Vereinsausstellung beworben, hätte dies den lokalen Charakter und die Eigenständigkeit unterstrichen, um die sich die Organisatoren doch deutlich bemühen. Hier wird versucht, die übersichtliche Dichte an Modellbauern aller Couleur im Freistaat Thüringen zu bündeln und dieser eine Plattform zu geben, sich darzustellen und möglichen Nachwuchs anzusprechen, unabhängig welcher Sparte dieser dann ggf. zufließt. Dieser bunte Mix aus verschiedenen Inhalten und diese produzierenden Technologien gab auch für uns einige Inspirationen. Eine sog. „saugende Steckung“ aus dem RC-Bereich hilft auch bei einer B-52 aus Plastik in 1/72 transportfähige Maße zu erreichen, ohne der Darstellung des Modells Abbruch zu tun.

Spartenintern traf man auf die „üblichen Verdächtigen“, was aber nicht negativ besetzt sein soll. Es macht nur o. g. Ansätze zur „Verschlankung“ der Modellbauszene im hiesigen Bereich nochmals überdeutlich. Neben den kooperierenden Vereinen aus Riesa, Hoyerswerda, Lohne usw., waren dies auch Einzelaussteller wie Arne Goethe aus Gera. Als einziger „lokaler“ Händler war Lars Grundmann (Fa. HSC Chemnitz) angereist, der sein Stammhaus über 160 km vom Ausstellungsort entfernt hat.

Im zutreffenden Wortsinn international war die Veranstaltung zumindest mit Händlern aus Tschechien und Polen, Modellbaukollegen aus Frankreich und der Schweiz und einer Neuerung, die einen aktuellen Trend der „großen“ Ausstellungen aufgriff - es gab einen Workshop. Am Samstagnachmittag stellte Alexander Glass (Fa. Uschi van der Rosten) die zeitsparende Darstellung von Holz im Scalemodellbau vor. Unter Verwendung von verschiedenen Lackstufen und einem lasierenden Decal mit Holzmaserung wurden innerhalb von ca. 30 Minuten ein Abschnitt eines 1/48 – Albatros-Rumpfes zum optischen Holzimitat, was unter Laborbedingungen am heimischen Basteltisch ggf. 1 ˝ Stunden für einen gesamten Rumpf bedeuten würde. Das Ergebnis geht dabei völlig in Ordnung.

Aber auch diesmal fehlten wieder einige gute Bekannte aus der Dioramen- und Militaria-Fraktion, die wir sonst in Erfurt und Pfiffelbach immer antrafen und auf die wir uns gefreut hatten. Es kann sicher nicht nur das traumhafte Frühsommerwetter gewesen sein, das die Anmeldungen obsolet werden ließ oder gar nicht erst zu diesen führte. Es ist sicher mit etwas über 400 Besuchern keine spektakuläre Großveranstaltung, aber die Mühe, die man sich beim PMC mit der Organisation dieser Ausstellung gab, sollte mit etwas mehr Resonanz belohnt werden – sonst wird Thüringen perspektivisch zum modellbauerischen Entwicklungsland. Das dies nicht eintritt, wünschen wir v. a. auch den Organisatoren vom PMC Thüringen e. V., es war eine gelungene Veranstaltung.

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