15. Rocník Mezinárodní Modelárská Výstava – Eday 2015
26.-27.09.2015, Prag (Tschechische Republik)

Text Thomas Geier, Bilder Thomas Geier und Bernhard Pethe


Auch wenn der tschechische Zungenbrecher, der ausgeschrieben noch sinngemäß „Verkaufsausstellung mit angeschlossenem Wettbewerb“ heißt - in die 15. Wiederauflage am letzten Wochenende gegangen ist, hat Eduard’s Jahreshöhepunkt nichts von seinem Charme eingebüßt und war auch in diesem Jahr die mehr als Reise wert.

Es ist eigentlich ungerecht, hier nur auf die rührige Firma aus Obrnice abzustellen. Sicher hat diese den Löwenanteil der Organisation der Veranstaltung zu schultern gehabt, aber ebenso waren die MPM-Gruppe, die AZ-Gruppe und Brengun/Hauler hier mit ihren gelungenen Auftritten die Anziehungspunkte, die Modellbauer- und -sammlerherzen höher schlagen ließen. Nahezu alles was im Vorfeld durch die Gerüchteküche lief, konnte im Handmuster oder in der Nullserie besichtigt, zum Teil aber schon käuflich erworben werden. Solcherlei Verlässlichkeiten sind auch heute noch nicht überall der Standard.

Teilnehmer am Wettbewerb erhielten ein spezielles Geschenk-Set mit 4 Modellbausätzen in 1/144, zwei (Avia B.534 und MiG-15 mit anderen Abziehbildern) waren „Eintrittskarten“ und als Preise gab es Mini-Vierblatt-Hamilton-Propeller, allein diese Gimmicks sind schon Alleinstellungsmerkmale, die Ihresgleichen suchen.

Das wettbewerbliche Niveau war anspruchsvoll hoch. Clubkollege Jörg zeigte aber, dass es machbar war, dort zu bestehen – Glückwunsch nochmal! Die Leistungsdichte, vor allem im Nachwuchsbereich, hat abends beim Bier wieder die Diskussion angefacht, ob es allein ein deutsches Problem ist, keine 10 bis 12-jährigen Aussteller gewinnen zu können. Das es – und sogar gut – geht, konnten wir sehen und staunen. Die Liebe und Verbundenheit zum Modellbau in unserem kleinen Nachbarland wird nicht nur durch die Dichte und Güte der Unternehmen, die sich irgendwie mit dem Modellbau(konsum) beschäftigen, deutlich, sondern auch durch die Anzahl und Vielfältigkeit der Zuschauer. Ich schätze (für die Dauer meiner Anwesenheit) ca. 800 permanent und ca. 4.000 in der Summe. Weiter kenne ich keine Ausstellung in Deutschland, bei der eine Dame, Ende 20 und deutlich overdressed für die Veranstaltung, ohne männlich motivierten Anlass Handyfotos vom Geschützturm einer Bismark in 1/350 macht. Das sind quantitativ und qualitativ halt andere Welten…

Aber auch der Messecharakter wurde hier gut bedient. Unstrittiger Vorteil zu Nürnberg und Co. ist hier aber, dass man die Neuheiten nicht nur anschauen, sondern auch kaufen und mitnehmen kann – egal ob und wann der Import hierher anfängt. Eduard brachte so die brandneue Fw 190 A-8 in 1/72 unter die Glücklichen, die zeitig genug da waren (auch der Nachmittags aus Obrinice angelieferte Nachschlag war in ca. 20 Minuten ausverkauft) ebenso wie Brengun die Z-50 im gleichen Maßstab.

Die vorhandene Händlervielfalt sucht zudem seinesgleichen. Neben den Bausatz- und Zubehörfabrikanten waren Fachliteraturverlage, Werkzeug- und Displayhersteller und Bastelmateriallieferanten in derart gut sortiertem und reichlichem Umfang anwesend, dass zum Angebots-/Preisevergleichen gar keine Zeit/Übersicht vorhanden war.

Die Stadt selbst ist von Kultur, Sehenswürdigkeiten und Gastronomie immer wieder auf’s Neue interessant. Wir haben einen tollen Abend in der Innenstadt mit Straßenmusik und Biergarten (Wärmepilz) erleben können und nach den Flugzeugen in Kbely im letzten Jahr heuer Lešany und seinen Panzern einen Besuch abgestattet. Auch dort war wieder so viel Engagement in Anlage und Betrieb des Museums wiederzufinden, dass die Zeit viel zu kurz war um alles aufzunehmen.

Einziger Wehrmutstropfen war, dass (für einen weniger hartgesottenen Modellbaufreund, der am Samstag und Sonntagvormittag noch nicht auf den Eday kommen konnte) am Sonntag ab 13.30 Uhr Eduards Verkaufsstand geschlossen war. Das obwohl derjenige noch regulären Eintritt zahlen musste, wir unsere Modell auch bis 15.00 Uhr im Wettbewerb stehen lassen mussten und alle anderen Händler auch noch „zugänglich“ waren. Hier mit zweierlei Maß(stab) zu messen, passt einfach nicht zu dem guten Bild, dass die Veranstaltung von Eduard zeichnet…

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