Muzeum Lotnictwa Polskiego Krakau / SNP Museum Banska-Bystrica
Sommer 2015

Text und Bilder Jörg Schlegel


Der letzte Sommerurlaub in Polen und der Slowakei führte Modellbaufreund Uli und mich „zufällig“ an zwei interessanten Museen vorbei, über die hier kurz Bericht erstattet werden soll.
Im polnischen Luftfahrtmuseum, einem der größten auf dem europäischen Festland, sind über 220 Flugzeuge, Hubschrauber und Segler ausgestellt, darunter viele, auf der Welt einzigartige Exemplare. Das Eingangsgebäude wird ergänzt durch drei Hallen und ein riesiges Freigelände, wo man ohne Einschränkungen hautnah an alle Exemplare heran darf.
Der „Star“ der Ausstellung im Eingangsbereich ist sicher die polnische PZL-11, die bis auf die Räder eine absolut original restaurierte Maschine ist. Derzeitige Leihgabe in Form einer Caudron C.714 aus Finnland ist zwar ein Wrack, dürfte aber auch relativ einzigartig sein. Die Fotobedingungen hier waren zwar wegen starkem Gegenlicht und der Sperrung der Empore etwas eingeschränkt, aber den Exponaten wurde angemessener Platz eingeräumt. In einem Nebenteil gab es jede Menge Experimente für Klein und Groß und die ein oder anderen interessanten Artefakte zu entdecken. Ein toll ausgestatteter Museumsshop mit Modellen, Büchern, Postern, Andenken usw. wurde von einem sehr aufgeschlossenen Verkäufer geleitet. Einzig die Imbiss- und Getränkeversorgung gab etwas Anlass zur Kritik, sie wurde komplett von Automaten übernommen (die kein Bier enthielten).
Die anderen Hallen waren aufgrund der Vielzahl der schützenswerten Exponate ein wenig „vollgestopft“, aber nicht minder faszinierend. Seltene polnische Flugzeugentwicklungen der Vorkriegszeit, Udets Curtiss Hawk oder eine Tu-2 sieht man nicht alle Tage, ebenso wie die Reste der Me-209 Weltrekordmaschine.
Neben den zu erwartenden Ostblock-Jets aus der Zeit des kalten Krieges, waren auch einige Vertreter der Gegenseite auf dem Freigelände zu bewundern. Wie schon erwähnt war man hier und in den Hallen sehr tolerant gegenüber interessierten Besuchern, die bisweilen sich oder ihre Fotoapparate unter den Abgrenzungen hindurch schoben. Eine Halle mit ca. 240 Flugmotoren, sowie einer Fallschirmjägerabteilung und der Schrottplatz außerhalb, rundeten die ganze Sache ab. Interessierte sollten hier schon einen vollen Tag einplanen.

Das zweite Museum über das wir „stolperten“ lag in der Westslowakei, wo im Spätsommer 1944 der Slowakische Nationalaufstand begann und man sich anfangs mit relativ bescheidener Bewaffnung gegen die deutschen Besatzer zur Wehr setzte. Hier traten die Flugzeuge zwar in den Hintergrund, aber geschichtlich war die Sache sehr aufschlussreich, wozu auch ein deutschsprachiger Museumsmitarbeiter beitrug. Im Außengelände ist eine ziemlich originalgetreue Li-2 aufgestellt, mit diesem Typ wurden damals die Aufständischenen aus der SU versorgt. Im Inneren jede Menge Handfeuerwaffen, Fotos, Videoinstallationen und kartographierte Erklärungen der damaligen Geschehnisse. Gleich in der Nähe von Banska Bystrica befindet sich übrigens der damalige Flugplatz Tri Duby (heute Sliac), die Zentrale der slowakischen Jagdflieger. Dort war man leider nicht tolerant gegenüber Neugierigen!

Muzeum Lotnictwa Polskiego Krakau

SNP Museum Banska-Bystrica

Zurück zur Übersicht

 

© Flugzeugform Modellbauclub