EDay 2014
26.-27.09.2014, Prag Tschechien

Text Kai
Bilder Jörg, Ronny, Thomas und Kai


Alljährlich im Spätsommer lädt die tschechische Firma Eduard zum sogenannten EDay ein. Nun könnte man meinen, dass es sich hier um eine reine Marketingveranstaltung handelt. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigten jedoch, dass es im Wesentlichen doch eine ganz normale Modellbauausstellung ist.

Also machten sich eine Handvoll Thüringer auf den Weg in die goldene Stadt. Jörg und ich checkten bei Ulli ein, der einfach das geeignetste Fahrzeug hat (Kombi). Es war schließlich absehbar, das wir für die Rückfahrt mehr Platz brauchen als für die Hinfahrt.

In Prag angekommen kümmerten wir uns zunächst um unsere Unterkunft in einer kleinen Pension in unmittelbarer Nähe des Ausstellungsgeländes. Inzwischen gesellte sich auch Bert zu uns, der aus Berlin angereist war. Als das alles soweit erledigt war, ging es zum Ausstellungsgelände - eine Tiefgarage in einem Shopping-Center. Ein wenig gewöhnungsbedürftig war das schon, im Nachhinein – es geht. Die Formalitäten waren recht zügig erledigt, da wir zum Einen recht früh da waren und zum Anderen unsere Modelle im Vorfeld online gemeldet hatten. Bei dieser Gelegenheit konnten wir unsere neuesten Modelle gegenseitig bestaunen. Viel mehr Modelle als unsere gab es im Augenblick ohnehin nicht zu sehen. Damit hatten wir eigentlich alles Wichtige erledigt und der gemütliche Teil des Abends konnte beginnen. Und wie sich das gehört, wenn man in Tschechien unterwegs ist, beginnt man das am Besten bei Gulasch und Knödel mit einem zünftigen Bier. Der nächste Programmpunkt sollte uns eigentlich in den legendären "Wings-Club" führen. Leider mussten wir feststellen, dass dieser geschlossen hatte. Die äußeren Umstände ließen wenig Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung. Inzwischen hatte sich auch die Südthüringer Fraktion (Ronny, Thomas und Steffen) telefonisch gemeldet und sehr schnell war ein neues Lokal abgestimmt. Das Bier war lecker und die Gespräche kreisten natürlich um Modellbau, aber auch Anderes fand Platz. Die drei Meininger stießen nach einer Weile zu uns – staubedingt völlig ausgehungert. Leider war hier schon Küchenschluss. Die Jungs rissen sich zusammen und ließen sich nichts anmerken. Später in der Nacht musste dann aber doch noch eine Tankstelle herhalten und sorgte so wenigstens auf dem Nachhauseweg für ein wohliges Sättigkeitsgefühl.


Am nächsten Morgen ging es nicht ganz so flott aus dem Bett, was ein Wunder. Das Frühstück trug auch nicht gerade dazu bei, die müden Geister zu beleben. Dafür sorgte dann aber ab 9.00 Uhr der EDay. Es fanden sich doch eine ganze Masse Leute ein, um die Ausstellung zu besuchen. Auffällig war, dass der Andrang bei den Händlern größer war, als an den Ausstellungstischen. Mir war das Recht, konnte ich doch so in aller Ruhe alles betrachten. Es gab eine Menge zu entdecken. Natürlich wollte ich auch fotografieren. Angesichts des vorhandenen Lichtes bereute ich aber, das Stativ zu Hause gelassen zu haben. Bloß gut, das Jörg, Ronny und Thomas ebenfalls mit Kamera unterwegs waren und wir so wenigstens eine Auswahl zeigen können, mein Dank an dieser Stelle an die genannten Herren.

Im Verlaufe des Vormittages unternahm ich einen ersten Versuch in das Eduard-Verkaufsareal zu gelangen. Es war zu voll, so dass ich zunächst davon abließ und mich stattdessen wieder den Ausstellungstischen widmete. Typisch für Tschechien, jedes ausgestellte Modell nimmt am Wettbewerb teil. Man kann sich in diversen Klassen einschreiben. Breit gestreut hatten wir unsere Modelle in der Hobbyklasse. Interessanter waren aber unsere bei den Masters eingecheckten Modelle. Jörg hatte eine sehr detaillierte Po-2 in 1:72 eingereicht und ich eine P-47 bei den größeren Modellen (1:48). Was da sonst noch auf den Tischen der Masterklasse stand war schon sehr beeindruckend. Die Auswertung sollte zum Abend fertig sein.

Wir schlenderten durch die Ausstellung, arbeiteten fleißig Listen von Kollegen ab, um alle Wünsche zu erfüllen, "schossen" selber so manches Schnäppchen und trafen viele bekannte Gesichter. So liefen uns die Dessauer über den Weg (Dirk, Toche und Uwe). Wir hatten uns ewig nicht gesehen, da gab es natürlich einiges zu schwatzen. Und bei tschechischem Bier (was inzwischen auch wieder schmeckte) ging das auch ganz lustig. Clubmitglied Stephan hatte mit einem Kollegen sogar einen kleinen FFMC-Stand aufgebaut und zwei schicke Modelle dabei. FFMC-Flagge auf'm EDay, vorbildlich!

Inzwischen war es mir auch gelungen den Eduard-Shop zu betreten und vor allem die letzten Neuerscheinungen zu besichtigen. Mich beeindruckte hier besonders die neue Ausgabe zum Thema MiG-21 mit der Version PF, die wie erwartet alle Änderungen einschließt, aber dazu evtl. an anderer Stelle zu gegebener Zeit mehr.

Ansonsten machte Eduard natürlich schon ganz schön Wellen mit Workshops und Demos zu den verschiedenen hauseigenen Produkten. Dann war da noch eine Podiumsdiskussion mit ehemaligen MiG-Piloten. Man konnte sich aber mühelos dem Trubel entziehen, da er sich auf eine begrenzte Fläche am Rande der Ausstellung konzentrierte. Erwähnenswert wäre noch das Crew-Outfit von Eduard. Übersehen konnte man keinen von denen.

Am Nachmittag war der Drang nach Frischluft allzu dominant und wir genossen einen entspannten Nachmittag im Luftfahrtmuseum in Prag-Kbely. So ganz nebenbei kamen wir auch noch zu einer kleinen Stadtrundfahrt. Ulli kennt sich hier gut aus und gab Auskunft über alles Erwähnenswerte, was am Straßenrand vorbeihuschte. Das Museum ist in jedem Falle einen Besuch wert, deckt es doch eine große zeitliche Spanne ab. Die Originale sind alle in einem hervorragenden Zustand. Man ist in der glücklichen Lage über ausreichend Hangar-Fläche zu verfügen und so die Schätze vor dem allzu schnellen Verfall zu bewahren.

Nachdem nun alle Hallen besichtigt waren ging es zurück zur Ausstellung. Und siehe da, die Schiedsrichter hatten ihre Arbeit getan, die Wettbewerbsauswertung lag vor. Einen ersten Platz gab es für Jörgs wintergetarnte Po-2 in der Hobbyklasse. Die beiden Modelle bei den Masters schlugen sich wacker. Bei Jörgs aufgerissener Podwa wurde die Geometrie in den höchsten Tönen gelobt. Dennoch reichte es an diesem Tag "nur" für Platz acht. Die Konkurrenz lag insgesamt recht knapp beieinander. In 48 kam die Thunderbolt auf den fünften Platz. Trotzdem waren wir glücklich und zufrieden mit dem Ergebnis. Den Abend verbrachten wir in einer kleinen, gemütlichen Kneipe, nicht weit von der Pension entfernt, was den Weg ins Bettchen angenehm verkürzte.

Der nächste Morgen begann wir der letzte, mit einem zwar liebevoll zubereiteten aber insgesamt nicht so ganz stimmigen Frühstück. Egal, im Shopping-Center gab es erstklassigen Espresso. Das Ausstellungsgelände war deutlich leerer als Tags zuvor. Heute war nun auch Muße sich mal die „anderen“ Dinge anzuschauen, z.B. den „Flying Circus“, oder Militärfahrzeuge, die mich im Maßstab 1:72 immer wieder faszinieren. Das traf natürlich insbesondere auf das zu, was auf den Tischen der Master-Klassen zu sehen war. Man kommt aus dem Staunen gar nicht raus, was es da für die Ideen gibt und in welcher Qualität diese dann letztlich im Modell umgesetzt sind. Zu erwähnen wären noch die Modelle der „Juniors“. Also Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Den hier gezeigten Modellen ist wieder einmal deutlich die intensive Nachwuchsarbeit der tschechischen Modellbaufreunde anzusehen.

Was sich am Sonntag ebenfalls einfacher gestaltete, man konnte sich auch mal nahezu unbedrängt durch die Händler am Rande der Ausstellungsfläche „wühlen“. Im Handy landeten weitere Nachbestellungen, die natürlich abgearbeitet wurden. Wäre doch gelacht, wenn wir den Kombi nicht voll kriegen. So war es denn auch. Am frühen Nachmittag hieß es dann „Einpacken“ und ab nach Hause.

Ich fand das Wochenende richtig toll, alte Bekannte getroffen, viel gelacht, viele sehr gute und wenige nicht so tolle Modelle gesehen. Highlight: ich war endlich in Kbely.

Und nächstes Jahr mit Stativ!

Zurück zur Übersicht

 

© Flugzeugform Modellbauclub