19. Modellbauausstellung im Flugplatzmuseum Cottbus
20.10.2013

Text und Fotos Kai Röther


Für Sonntag, den 20. Oktober lud das Flugplatzmuseum Cottbus zu seiner alljährlichen Modellbauausstellung ein. Bisher haben wir es fast immer geschafft, irgendwie präsent zu sein. So machten wir uns auch dieses mal auf den Weg, die Flagge des FFMC in Cottbus hochzuhalten. Jörg nahm seinen Sohn mit, ich einen alten Bekannten - Matthias. Als ehemaliger Kettentechniker der NVA war Matthias‘ Rolle für diesen Tag als Guide quasi definiert. Zu viert ging es also zügig Richtung Osten. Zur rechten Zeit angekommen, bauten wir unseren Stand, wie schon Jahre zuvor im "Zimmer" der Leipziger Modellbauer auf. Aus den versprochenen zwei Metern sind letztlich nur 1,30m. Da hieß es dann improvisieren. Die Leipziger hatten noch Platz und sind überdies auch sehr nett, so dass sich das "Problem" schnell lösen ließ. Nach dem Aufbau ließen wir uns erstmal ein zweites Frühstück mit noch warmem Käsekuchen und Kaffee schmecken. Danach folgte der erste Rundgang. Ein vertrautes Bild, die vielen kleinen Ausstellungsräume waren alle mit Ständen belegt. Neben bekannten Gesichtern gab es auch viele neue zu sehen. Das Niveau der ausgestellten Modelle war durchaus unterschiedlich. Es überwogen zwar eindeutig Flugzeuge, es gab jedoch auch einige wenige Militärmodellbauer, die mit sehenswerten Exemplaren beeindruckten.
Der Vorteil einer Ausstellung im Museum ist die Tatsache, dass man sich direkt und ganz konkret mit den Originalen auseinander setzen kann. So hatte ich zum Beispiel ein paar Fragen hinsichtlich der Verschlüsse der Linsen an der Unterseite des Aufklärungscontainer KKR. Da ein solcher an der ausgestellten Su-22M4 montiert war, konnte ich das Ganze in Augenschein nehmen und weiß jetzt wie die empfindlichen Linsen bei Nichtverwendung abgedeckt werden. Ein weiteres Detail, was auch Jörg interessierte, war der Panzerring einer Fw 190A. Ein Zollstock brachte Klarheit über die wahren Größenverhältnisse des Bauteils und wird zukünftig die Entscheidung, welchen Bausatz man für ein Modell verwendet erleichtern. Den Zollstock einmal in der Hand, nahmen wir uns auch gleich noch die Versionen "bis" und "MF" der MiG-21 vor. Genauer gesagt ging es dabei um den Rumpfbug und die Frage, ob und was man davon in der maßstäblichen Verkleinerung berücksichtigt oder eben auch nicht. Ein Museumsmitarbeiter, der dem Treiben eine Weile zuschaute, bot an, uns die Kabine zu öffnen, in der ich dann Platz nahm. Haube zu und ... den Rest musste die Phantasie erledigen. Nachdem wir mit den Überschalljägern fertig waren, kamen wir nicht umhin den ultimativen Unterschalljäger etwas genauer zu inspizieren - MiG-17. Das sehr schön restaurierte Schmuckstück war eines der Flugzeuge, welches Matthias während seiner aktiven Dienstzeit unter seinen Fittichen hatte, dementsprechend gab es viel zu erzählen. Zunächst aber wurde der Flieger ersteinmal "aufgeräumt". Der Schubdüsenring hing schief und wurde geradegerückt. Die Bremsklappen hingen asymmetrisch raus und wurden ausgerichtet. Alles easy, da die Systeme natürlich komplett trocken und damit auch drucklos sind. Nachdem ausführlich Rundgang um die Maschine meldete sich der Magen und wir gingen zum Grill, an dem leckere Bratwürste verteilt wurden. Anschließend ging es mit der Außeninspektion weiter. Etwas abseits standen frühe Bundeswehrmaschinen (T-33, F-86, F-84). Ihr Zustand ist alles andere als gut, aber ich denke, hier in Cottbus sind sie in guten Händen, und wenn die Zeit ran ist, werden auch diese Maschinen wieder im neuen Glanz erstrahlen.

Im Außenbereich, direkt vor der Jak-11, hatte sich HSC-Models mit einem Verkaufsstand eingerichtet. Chef Lars Grundmann hatte viele interessante Sachen dabei und man konnte ausgiebig stöbern. Der Stand war fast immer dicht umlagert, was der scheinbaren Gelassenheit von Lars keinen Abbruch tat. Für ein Schwätzchen war immer irgendwie Zeit.
Im Innenbereich waren es vor allem die Stände von Toche und Redstar, die zum Verweilen einluden. Dabei ging es nicht nur um neue Modelle, auch alte Geschichten wurden aufgewärmt. Daneben waren es die Berliner Modellbauer Uwe Borchert und Bert Anderman, mit denen sich angeregte Gespräche entspannen. So verflog die Zeit - den Plastikmodellweitwurfwettbewerb habe ich komplett verpasst. Jörg und sein Sohnemann nahmen mit alten Mustang-Modellen in 1:72 teil. Ganz offensichtlich waren diese zu leicht. Die erzielten Weiten blieben deutlich hinter den Siegerweiten. Was aber eigentlich nur eine untergeordnete Rolle spielte. Der Gaudi stand im Vordergrund, und den hatten alle Beteiligten.
Und so nahte dann auch das Ende der Veranstaltung schneller als gedacht. Gegen fünf hieß es Einpacken und ab nach Hause. Ein erlebnisreicher Tag lag hinter uns, angefüllt mit interessanten Gesprächen, dazu der direkte Bezug zum Original vor der Tür. Ausstellungen im Museum haben eben ihren besonderen Reiz. Unterstützt wird dieser positive Gesamteindruck von einer Museumscrew, die in jeder Hinsicht äußerst engagiert war und stets für Aussteller wie für Besucher ansprechbar war. An dieser Stelle also ein herzliches Dankeschön, wir haben uns wohl gefühlt.

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