SIAF 2012
01.-02.09.2012 Sliac

Text und Bilder Jan Himmelreich


Es war ein langer Anreiseweg zur Airbase der slowakischen Luftwaffe zwischen Zvolen und Banska Bystrica. Aber der war schnell vergessen, als am Nachmittag das Training zur Show begann. An allen guten Fotopositionen um die Airbase standen die ersten Spotter um das Fluggeschehen zu beobachten und fotografisch festzuhalten. Die Maschinen, die direkt über unsere Köpfe flogen, ließen zwei schöne und erlebnisreiche Tage erwarten. Dazu kam die Gastfreundschaft und die gute Unterbringung in einer kleinen Pension in Zvolen.

Die Anfahrt am ersten Airshowtag war problemlos. Eine ausgezeichnete Organisation legten den Grundstein für ein reibungsloses Event. Parkplätze waren ausreichend vorhanden. Aus den umliegenden Orten und Parkplätzen fuhren Shuttlebusse. Der Andrang von geschätzten 60 000 Besuchern wurde gekonnt gemeistert. Auf dem Flugplatz setzte sich die gute Organisation fort und keiner musste Hunger oder Durst leiden oder in endlosen Schlangen an den Ständen, lange warten. Der Wettergott war mehr auf April ausgelegt und die wenigen Schauer während der Show, taten der Stimmung keinen Abbruch.

Im Static Display zeigten die gastgebenden, slowakischen Luftstreitkräfte fast alle ihrer Flugzeug- und Hubschraubertypen die derzeit im Bestand sind. Eindrucksvoll, die neuen Sonderlackierungen der L-39 und zweier MiG-29. Bei den Gästen war erstmalig eine US-Amerikanische B-52 auf slowakischen Boden vertreten. Weitere Gäste kamen aus den Niederlanden, Deutschland, Ungarn, der tschechischen Republik, Österreich , Schweden sowie aus Polen.

Die Show eröffneten Oldtimer Maschinen im Vorbeiflug, wie eine „Lightning“ von Red Bull und eine ungarische Li-2, um an die Traditionen des Platzes zu erinnern. Dieser spielte während des slowakischen Nationalaufstandes (Stichwort:Tri Dubi) gegen den Hitlerfaschismus, eine zentrale Rolle. Nach den Ereignissen der Invasion der Warschauer Vertragsstaaten in die damalige CSSR wurde der Platz unter sowjetischer Nutzung gestellt. Hier flogen bis zu deren Abzug unter anderen Su-17 eines Aufklärungsgeschwaders. Auch eine große Anzahl Mi-8 und Mi-24 unterschiedlicher Varianten und Verbände waren hier stationiert. Nach deren Abzug und der Teilung der CSSR wurde der Flugplatz Hauptstützpunkt der slowakischen Fliegerkräfte. Die beiden hier stationierten Staffeln, eine mit MiG-29 und die zweite mit L-39, zeigten ihr Können während der Show eindrucksvoll. Zwei MiG-29 flogen eine Luftkampfdemo und die sonder bemalte MiG-29 jeweils das Solodisplay. Eine L-39 begeisterte ebenfalls durch ein sehr gut geflogenes Display. Ebenso eine private L-29, der Vorgänger in der Trainingsrolle. Auch die L-159 ALCA beteiligte sich am Flugprogramm. Das „Retro Sky Team“ aus Kosice zeigte ihre 2. WK Show, mit ausgefeilten Programm, diesmal auch mit Pyroeffekten am Boden. Leider sah man das Team bisher noch nicht im Ausland. Die slowakische Polizei und die Hubschrauber der Luftwaffe flogen mit ihren Mi-17 verschiedene Einsatzvarianten. Die Tiger Mi-24 aus der tschechischen Republik, eine Cobra aus dem Hause Red Bull und eine belgische Augusta rundeten die Heliprogramm eindrucksvoll ab.

Die Beteiligung strahlgetriebener Kampfflugzeuge auf Airshows, nimmt in den letzten Jahren spürbar ab. In Sliac gab es jedoch, zur Freude der vielen Besucher, eine ganze Reihe dieser Flugzeuge in der Luft zu sehen. Belgische F-16 , Schweizer F-18 , die schwedische Gripen sowie die neue MiG-35 von RSK MiG ( mit An-12 Supporter ) wurden mit viel Beifall bedacht. Auch ein „Eurofighter“ aus Österreich kam für einige Kurven vorbei. Verwunderlich ist diese relativ große Typenanzahl nicht. Steht doch in der Slowakischen Republik eine Diskussion über eventuelle neue Kampfflugzeuge ins Haus. Der Zeitraum und die Anzahl steht da noch in den Sternen. Aber am Ende werden wohl die finanziellen Möglichkeiten entscheiden. Ein Highlight war mit Sicherheit die Teilnahme von drei Su-22 aus Polen. All zu oft wird man dieses Flugzeug in unseren Breiten im Fluge nicht mehr bewundern können. Transportflugzeuge gab es nicht viel zu sehen. Die An-26, deren Außerdienststellung unmittelbar bevorsteht steht, waren gar nicht am Platz zu sehen. Die L-410 war lediglich ins Static Display gestellt. Dafür kam eine tschechische L-410 für einen Kurzstopp vorbei. Der sonst zur SIAF übliche Tu-154 Überflug, viel dieses mal völlig aus. In die Bresche sprang dafür eine NATO C-17 aus Papa, die am Sonntag einen Überflug machte.

Abschließender Höhepunkt war ohne Zweifel die Show der „Frecce Trikolore“. Mein Fazit zur SIAF. Eine Airshow die sich im Reigen der Veranstaltungen in den Osteuropäischen Ländern einen festen Platz erobert hat und einige andere traditionelle Veranstaltungen dieser Art, in diesem Jahr in den Schatten stellte. Alle der am Flugprogramm beteiligten Piloten gaben in einem extra Bereich Autogramme und beantworteten Fragen der Besucher. Dies findet man auch nicht überall. Das alles zusammen genommen, wird die SIAF 2013 wieder ein Anziehungspunkt für viele Fliegerfans werden.

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