Finnische Luftfahrtsammlung Halli /Jämse
"Hallinportii Ilmailumuseo"

Dezember 2011

Rolf Seyfried


Finnland gilt als das Land mit der größten Museumsdichte pro Einwohner, was man als Besucher dieses Landes schnell betätigen kann. Wohl aus dem Grund, dass sich die Finnen ihrer Geschichte bewusst sind und es so manche Zeit gab in der sie sich Erwehren mussten, ist besonders die Militärgeschichte überproportional stark vertreten. Man wird als Mitteleuropäer so manches mal überrascht sein, in mitten eines z.B. Baumarktes, eine kleine Militärsammlung vorzufinden. Aber es gibt auch viele eigenständische Museen, und welche interessieren einen Luftfahrtenthusiasten mehr, als die, in denen man auch Luftfahrtgeräte oder ganze Flieger sehen kann?

Im mittelfinnischen Halli, naher dem Städtchen Jämse, was wiederum zwischen Tampere und Jyväskylä liegt, befindet sich solch ein kleines Luftfahrtmuseum. Genau in der Einflugschneise des dortigen Fliegerhorstes und Patria- Produktionsstätte. Diese kleine Sammlung ist auf eine Baracke und einer sogenannten Nissenhalle aufgeteilt und wird hauptsächlich von ehemaligen Patriaangestellten und Soldaten, die der Geschichte und der Luftfahrt verfallen sind, betrieben. Von außen weisen ein kleines Hinweisschild und eine silberne MiG 15 UTI darauf hin, was im inneren der Gebäude zu erwarten ist. Geregelte Öffnungszeiten gibt es eher nicht, der Zugang kann aber durch eine Terminabsprache (finnisch/englisch) per Telefon erfolgen. Und es lohnt sich!

Betritt man die Baracke überraschen einen tausende Einzelteile der verschiedensten Flugzeugtypen, Bilder und Erinnerungsstücke aus allen Epochen der "Suomen Ilmavoimat"! Sind solche Exponate, gerade in deutschen Museen, meist hinter Glas oder Absperrungen "verborgen", so ist hier alles zum Greifen nahe. Besser noch, denn es werden oft für den Besucher die Objekte in die gewünschte Lage gedreht. Wo sonst kann man z.B. hinter das Funkgerätebrett eine Ju 88 blicken? Viele interessante Geschichten zu den einzelnen Exponaten bis hin zur technischen Erklärung und Funktionsweise kann man hier erfahren. Und das von Leuten die ihr wissen nicht nur aus Büchen hervorkramen, sondern selber Jahrzehnte an Fliegern geschraubt und gewerkelt haben. Bei unserem Besuch musste sich so mancher regelrecht aus der Baracke losreisen, um in die Flugzeughalle zu wechseln.

Dort trifft man dann auf richtige Schätzchen, die es auf der Welt nicht an jeder Ecke oder Museum gibt. Flieger aus längst vergangenen Epochen die an "Charme" kaum zu übertreffen sind, wie eine Rumpler 6 B, Caudron G.3, Bristol Bulldog IV A, Haukka II, Aero A-11, Fw44J ... Weiter sind etliche Motore, Triebwerke, Propeller, Außentanks und Bodengeräte vorhanden. Diese Halle ist aber auch Werkstatt zugleich, was manchen eher stören mag, aber dem anderen Zeigt, dass sich hier was tut. Es ist wieder so ein Museum, das nicht so klinisch wirkt oder man sich nicht eher in einer Kunstsammlung für moderne Kunst wähnt. Einzig das spärliche Licht erschwert es einem schöne Bilder zu "schießen" und das gilt in den Wintermonaten für draußen wie drinnen. Dennoch setzt so ein Museum besonders in den dunklen Monaten ein Lichtpunkt für alle, die sich der Luftfahrt verschrieben haben.

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