E-Day
01.10.2011, Prag (Tschechische Republik)

Text Jörg Schlegel, Bilder Arne Goethe


Eine der größten Ausstellungen auf dem europäischen Festland, besuchten Arne und ich am vergangenen Wochenende. Nach einer etwas zähen Anfahrt (ich war zu geizig eine Wochenvignette für die letzten 20 Kilometer Autobahn zu kaufen) erreichten wir das Ziel dank Navi um ca. 19 Uhr am Vortag.

Die Tiefgarage des Einkaufszentrums Butovice gehört sicher nicht zu den idyllischsten Plätzen Prags, dafür aber zu den praktischsten. Jede Menge Platz für Modelle und viele Parkplätze! Bis 21 Uhr waren die Organisatoren für die Modellannahme ansprechbar und das sogar in mindestens drei Sprachen! Nach dem Einchecken der Modelle gab es Armbänder und eine Quittung für die Modelle, die man gut aufheben sollte, wie sich später noch herausstellen sollte. Ein Mig-21 Modell von Eduard, sowie einige Einkaufsgutscheine gab es ebenfalls noch dazu. Alles in allem eine hervorragende Organisation und Motivation, die keinerlei negative Kritik zuließ und neugierig auf den nächsten Tag machte.

Dass es am Ausstellungstag voll werden würde dachten wir uns ja schon, aber dass gegen 10 nur noch die „Rolli-plätze“ in dem riesigen Parkhaus frei waren, verwunderte uns schon sehr! Versöhnlich stimmte uns dann, dass wir nach über 20 Jahren endlich wieder mal nach Einkaufskörben anstehen durften. Keine Bananen sondern 25 % Rabatt in einer eigens eingerichteten Eduard-Kaufhalle zogen einfach magisch an!

Auch alle sonst anwesenden Händler lockten hier mit tollen Angeboten und es war absolut kein Problem auch noch das letzte Kleingeld loszuwerden. Bausätze, Literatur, Werkzeug, hochinteressanter Kleinkram (MiniWorld z.B.), einfach alles war zu haben. Die eigentliche Ausstellung bestand zu ca. 2/3 aus dem Wettbewerb in allen möglichen Kategorien, das restliche Areal wurde zur Clubpräsentation benutzt, ähnlich deutschen Ausstellungen. Die Exponate waren durch die Bank von überdurchschnittlicher Qualität, selbst die Junioren-Ecke fiel hier kaum aus dem Rahmen. Für die Schiedsrichter, die schon am Vorabend mit der Bewertung begannen, sicherlich kein leichter Job.
Der Wettbewerb war in eine Masterklasse (mit Doku) und eine Hobbyklasse, die wiederum in „ready to fly“ und „detailled“ unterteilt war, aufgegliedert, so dass sich hier wohl auch niemand hätte beschweren dürfen.

Obwohl die Veranstaltung bis 18 Uhr angesetzt war und die Modelle auch bis zu diesem Zeitpunkt auf den Tischen verbleiben sollten, vergingen die Stunden wie im Flug und es wurde nicht langweilig. Einige deutsche Modellbauer trafen wir auch, leider kamen aber unsererseits keine größeren Gespräche mit den tschechischen Modellbauern zustande, was wohl nicht nur an der Sprachbarriere lag, sondern auch daran, dass die Modelle auf den Wettbewerbstischen nicht dem Erbauer zugeordnet werden konnten. Na, ja vielleicht nächstes mal. Die Auswertung des Wettbewerbes zog sich aufgrund technischer Probleme etwas hin, war aber nicht wirklich schlimm, gingen wir eben Wurst essen und Bier trinken bis ein neues Mikro zur Verfügung stand. Arne konnte es gar nicht glauben, dass sein VS-300 in der Hubi-klasse abgeräumt hatte, hier sahen wir ein wesentlich aufwändigeres Modell vorn. Aber sonst gingen die Schiri-Entscheidungen eigentlich in Ordnung.

Beim Einpacken kam dann die oben erwähnte Modellquittung wieder ins Spiel, denn die Ordner achteten genauestens darauf, dass nur die Modelle abgeräumt wurden, die auch auf dem Papier ausgewiesen waren. Der Abtransport ging dann mit dem Einkaufswagen durch die Tiefgarage recht flott.
Den üblichen gemütlichen Abend haben Arne und ich schon am Vorabend in der Prager Altstadt verbracht, plus „Versackung“ im Hardrock-Cafe und Morgenspaziergang über die Karlsbrücke. Für kulturelle Abwechslung ist hier also auch gesorgt.

Für uns war es der erste E-day, seit dieser in Prag stattfindet und ich muss zugeben, dass ich schon etwas skeptisch war, ob man gegenüber Pilsen mit seinem unglaublichen Umfeld hier noch einen draufsetzen kann. Völlig anders angelegt beeindruckte man in Prag mit Professionalität der Organisatoren und Aussteller, sowie dem Auslösen eines Kaufrausches (was bei Männern ja nicht sooo einfach ist). Insgesamt gesehen kann man sagen, dass wir wohl noch nie so zufrieden von einer Ausstellung nach Hause gefahren sind! Danke nach Prag!


p.s. vom admin: Herzlichen Dank an Arne für die Bilder.

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