Flugforschungs- und Testzentrum Shukowski
Moskau im August 2011

Text und Bilder Jan Himmelreich


Trotz mehrspuriger Stadtautobahnen dauert es doch etwas über eine Stunde, bis man in Shukowski ist. Der Verkehr in Moskau hat andere Dimensionen und die Autofahrer andere Ansichten zum Verkehrsablauf im Vergleich zu uns.
Shukowski ist eine Fliegerstadt. In ihr sind neben dem großen Flugplatz mit all seinen Testanlagen der verschiedenen Konstruktionsbüros auch das ZAGI und eine Militärakademie beheimatet. Strassennamen lesen sich wie ein Abriss sowjetisch/russischer Pilotengeschichte und der Wissenschaftler die deren Flugzeuge entwickelten und bauten. Jedes Konstruktionsbüro des mit einer 5400m langen Piste ausgestatteten Flugplatzes hat eine eigene, nach ihm benannte Zufahrt.
Die Sicherheitsvorkehrungen hier waren enorm hoch und bestimmt nicht nur dem Verkehr zur MAKS geschuldet. Neben den üblichen Polizisten sah man oft Uniformierte der OMON. Zu Zeiten der UdSSR wäre man als „normaler“ Tourist bestimmt nicht einmal bis in die Nähe des Ortsschildes gekommen.


Auf dem Platz angekommen – natürlich auf vorgeschrieben Wegen - weiß man nicht wo man zuerst hinschauen soll – vom Messegeschehen einmal abgesehen. Überall stehen Flugzeuge und Hubschrauber. Einige nah, andere auf Grund der großen räumlichen Ausdehnung des Platzes weit weg, manche ganz zu sehen- von vielen nur die Leitwerke. Man könnte dort sicher einige Tage verbringen, um in der Geschichte sowj. /russ. Flugzeugentwicklung und -Forschung zu schwelgen und zu fotografieren. Aber da ist es wieder das Problem – man ist auf einem Militärgelände und sollte ja nicht vom rechten Weg abkommen. Vom Reiseleiter darüber belehrt und im eigenen Interesse habe ich mich auch daran gehalten. Besser war es auf jeden Fall, denn später entdeckte ich auf einigen Bilder die eine oder andere bewaffnete Doppelstreife in den nicht zugänglichen Bereichen.
Die einizg mögliche Variante war - großes Tele auf die Knipse und alles fotografiert, was zu erwischen war.
Freundlicherweise wurden einige Flugzeuge des Testzentrums in einen für die Besucher zugänglichen, separaten Bereich gestellt. Da standen sie nun, die Maschinen die man nur aus der Literatur kennt. Eine Buratino, die Tu-155 und ein Buran waren darunter. Wo sieht man sie sonst: Tu-16, Il-38, Il-114, mehrere Tu-144, Tu-334, Bears und Blackjacks und auch, etwas versteckt die MiG MFI. Eine solche Ansammlung von Il-76 und deren Varianten von Berijew und als Testmaschinen gibt es wohl nur hier.
Gerade diese separate Austellung war eine wahre Fundgrube für Freunde der sowjetschen/russische Luftfahrt und wurde von den Besuchern dankend angenommen.

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