Armeemuseum in Moskau
Moskau im August 2011

Text und Bilder Jan Himmelreich


Wo wir nun einmal in Moskau waren, wollten wir die uns zur Verfügung stehende Zeit sinnvoll nutzen. So sind wir auch im Armeemuseum gelandet.
Vor dem großem, im 70er Jahre Stil gehaltenen Gebäude stehend, weiß man gleich wo man ist. Eine Interkontinentalrakete, ein Denkmal für die Opfer der Kursk-Katastrophe und der obligatorische T34 aus dem Großen Vaterländischen Krieg sind nicht zu übersehen.
Im Inneren wird man von einer freundlichen, Schutzweste tragenden Militärangehörigen nett aber bestimmt einer Sicherheitskontrolle unterzogen. So unangenehm war das gar nicht. Nachdem wir den üblichen Eintrittspreis und den Obolus für das Fotografieren entrichtet hatten, begaben wir uns zur Freifläche für die Militärtechnik. Die wenigen Rubel sind gut angelegt, wenn auch die Freifläche unter akutem Platzmangel leidet. Die Exponate dort stehen sehr dicht zusammen. Als Fotograf stöhnt man und rennt hin und her. Man weiß nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Eine große Menge Originaltechnik ist zu bestaunen. Ich will mich hier auf die Luftfahrttechnik beschränken.
Dem MiG-Fan fällt sofort auf, des es hier seltene Versionen zu sehen gibt, so eine MiG-21F, eine MiG-21SM und eine MiG-23S. Natürlich kann man sich auch die MiG-17, MiG-29 und MiG-25 ansehen. Aus dem Hause Suchoi sind die Typen Su-7, Su-15, Su-25, Su-24 und Su-27 vertreten, aber wie schon erwähnt, stehen alle sehr eng beieinander. Alle Flugzeuge sind gut gepflegt, aber einige offenkundig auch mit einer „Phantasiebemalung“ versehen, wie diese wohl im Dienst nicht gebräuchlich war. Anders dagegen die Ka-25, Mi-24A, Il-28, L-29, Mi-4 und eine Jak-50. Diese präsentieren sich in Originalbemalung.


Systeme von Luftabwehrraketen, Interkontinentalraketen der U-Bootflotte, Antischiffsflügelraketen, Rampen und Raketen der Landstreitkräfte sowie ein SS-20 (RSD 10) Komplex stellen zumindest teilweise einen Luftfahrtbezug her. Interessanterweise steht im Museum auch eine der originalen Pershing 2 Raketen, die im Rahmen der Abrüstungsvereinbarungen mit der UdSSR seitens der USA verschrottet wurden.
Im Inneren des Museums gibt es große themenbezogene Ausstellungshallen. Breiten Raum nimmt der Große Vaterländische Krieg ein, bis hin zur Siegeshalle wo die Symbole des Sieges über den deutschen Hitlerfaschismus zu sehen sind. Dies war auch die letzte Halle die wir besichtigen konnten, weil das Personal des Museums auf seinen Feierabend brannte und uns nicht mehr in die Abteilungen für die Zeit nach dem 2.WK ließ.
Geöffnet ist das Museum jeden Tag von 10.00 bis 17.00Uhr und mit der Metro, die dort eine neue Station hat, ist es sehr gut zu erreichen. Am Einlass ist ein kleiner Shop, in dem man Modelle, Souveniers und Bücher kaufen konnte. Aber die Kollegin dort hatte kurz vor 17.00 Uhr auch schon abgerechnet.

Mein Fazit: Sehr sehenswert, gepflegte und gut erhaltene Technik. Man sollte sich mehr Zeit nehmen, als die, die uns zur Verfügung stand. 4 bis 5 Stunden müsste man mindestens einplanen um einen entspannten, interessanten Rundgang durch die sowjetisch/russische Militärgeschichte zu unternehmen.

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