Ausstellung MSC "Hans Grade" Berlin
27.08.2011, Wassmannsdorf

Text Jörg Schlegel u. Bernhard Pethe, Bilder Bernhard Pethe


Alle zwei Jahre laden die Mitglieder des MSC Hans Grade zur Ausstellung ins Haus der Begegnung ein. Eine Merzweckhalle von mittlerer Größe mit Sportplatz nebenan und auch sonst jeder Menge Grün und Sitzmöglichkeiten im Freien. Die Idylle wird nur aller 20 Minuten von einem vorbeirasendem Güterzug oder einem startenden Flugzeug kurz unterbrochen! Aber das nur nebenbei. Bernhard und ich (mit Arne und meinem Sohn im Schlepptau) trafen uns gegen 9 dort und bauten unsere Drei Meter Tisch voll. Bestens organisiert füllte sich die Halle schnell zu einer guten Mischung aus Händlern und Ausstellern. Besonderes Interesse fand ein Stand mit fast allen Plasticart-modellen in gebauter Form und in Originalkartons von denen einige sogar noch eingeschweißt waren! (sollen demnächst von einem Flughafenmitarbeiter geröntgt werden um den Inhalt zu prüfen!)

Weniger sorgsam ging der polnische Händler hinter uns mit seinen Modellbausätzen um. Er türmte jede Menge lädierte Kartons zu meterhohen, sich neigenden Stapeln auf, aus denen, je nach Kundenwunsch, flott einer aus der Mitte oder auch ganz unten herausgezogen wurde. Etwas mulmig war uns da schon zumute. Großer Vorzug der gut bestückten Tombola war ein Punktesammelsystem, bei dem man sich seinen Gewinn selbst aussuchen konnte. Gleich nebenan versorgten einige Frauen der Clubmitglieder die Gäste und Aussteller mit äußerst günstigen Getränken und Hardware.

Draußen unter einem Pavillon war die RC-Fraktion vertreten, die besonders die Kinder beeindruckten, ebenso gab es natürlich auch ein Kinderbastelzelt unter fachkundiger Anleitung. Der besondere Reiz der Veranstaltung jedoch, lag für mich im „verschärften „ Wettbewerb, den es so wohl nur noch hier gibt. Hier wird sich noch richtig viel Zeit für die Modelle genommen und alles genauestens untersucht und bewertet.(so der Modellbauer eine Dokumentation beigefügt hat – was auch die Bauanleitung sein kann) Na ja, jedenfalls nahmen sich die Richter soviel Zeit, daß sie über die Hälfte des gemütlichen Abends, der gleich neben der Halle stattfand, verpassten. Hier ging es, auch Dank Arne und trotz des schlechten Wetters, extrem lustig zu.

Am Sonntag wurde der V1 mal schnell zu einer Baustellenbegehung auf dem nahegelegenen Schönefelder Flugplatz eingeladen, was für ihn wohl eine recht willkommene Abwechslung zu sein schien. Die Besucherzahlen hielten sich, wie immer in Grenzen, dafür war aber jede Menge Fachpublikum da, es gab keine lange Weile und kein Gedränge. Gegen 15 Uhr fand die Auswertung des Wettbewerbs statt, die durch die relativ wenigen Kategorien recht zackig von statten ging. Der FFMC lag im 72-er Bereich wieder weit vorne (immerhin vor Arne). Unser Dank gilt den Mitgliedern vom MSC, die sich hier prima um alles gekümmert haben und zum 8. mal eine tolle Ausstellung hingelegt haben.

js

Sonderausstellung KVZ / VEB Plasticart

Wenn zeitweise auf einer bekannten Internetplattform Plastikmodellbausätze aus der DDR zu exorbitanten Preisen gehandelt werden, muss ja etwas dahinter stecken. Den Dingen mal auf den Grund zu gehen und mal eine kleine Reminiszenz auf das Schaffen der Plastikmodellbauentwicklung in der DDR zu ziehen, war die Zeit eigentlich reif.
Wer hätte das besser organisieren können, als der MSC Hans Grade in Berlin. Die Vorbereitungen haben auch weit über ein Jahr in Anspruch genommen und was dabei herausgekommen ist, konnte sich durchaus sehen lassen. Wer das Thema nicht über die Jahre aus dem Auge verloren hatte, dem tat sich hier ein Fundus auf, der einer Zeitreise in die Jugendzeit gleich kam. Für viele junge Modellbauer heute schwer zu vermitteln, aber mir diesen Bausätzen bekann für sehr viele, heut bekannte Modellbauer, der Einstieg in die Materie. Die ersten Bausätze der damaligen Kunststoffverarbeitung Zschopau (KVZ) aus den 1950er Jahren, bis zu aktuellen Verpackungen noch heute beziehbarer Bausätze, war alles vertreten. Selbst für mich war völlig neu, das KVZ auch ein Schiff in seinem frühen Programm hatte. Sehr interessant, das selbst die Entwurfszeichnungen für die Verbackungen aus dem Nachlass des Grafikers Hans Reich noch existieren und gezeigt wurden. Wer gefehlt hat, war Axel Dietz, der an vielen Entwicklungen damals mitgearbeitet hat und sicher einiges erzählen hätte können. Eine Handvoll gebauter Modelle vervollständigten diesen Rückblick. Höhepunkt und passend dazu wäre wohl auch ein kleine Sonder-Wettbewerb gewesen, der mit den Modellen aus dieser Epoche, mit diesem Hersteller, das Bild vervollständigt hätte.

bp

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