16. Oldtimerfliegertreffen Hahnweide 2011
24.08.2011

Text und Bilder Rolf Seyfried


Sie ist und bleibt ein Muss, für all diejenigen die sich für historische Flieger interessieren. Alle zwei Jahre findet auf dem Sportflugplatz unterhalb der Burg Teck eine der größten Veranstaltung dieser Art auf dem europäischen Kontinent statt. Sieht man moderne Kampfflugzeuge nahezu an jeder Ecke, werden dort Flieger gezeigt, die zum Teil so rar sind, dass man von Unikaten sprechen kann. Das Flair vergangener Tag, als die Piloten noch richtige Männer sein mussten, weht einem beim betreten des Geländes sogleich ins Gesicht. Es ist großartig, wenn man wie am vergangenen Wochenende die ersten Maschinen so aus dem morgendlichen Nebel schemenhaft erspähen kann. Und als warteten sie auf einen Alarmstart, kampierten einige der Flugzeugführer in, unter oder bei ihren Fluggeräten und wurden als so früh, von den Heerscharen an Besuchern, aus dem Schlaf gerissen. Nach Schätzungen der Verantwortlichen waren um 9:00 Uhr schon 12000 Besucher an, um und bei den Flugzeugen! Die Zeiten um früh morgens ungestört seine Detailaufnahmen von den begehrten Objekten zu erhaschen sind nun endgültig vorbei. Nahezu jedes Objekt ist schon bei Sonnenaufgang von zahlreichen Personen umgeben. So ist es überraschend, dass es dadurch nur selten zu Interessenkonflikten beim Fotografieren kam. Fotografiert wird heute eh mit allem, vom Handy über I-Pad bis hin zur extremen Profiausrüstung für mehrere tausend Euro. Erstaunlich auch zu sehen wie es dank der preiswerten Möglichkeit mit Spiegeldigitalen Fotoapparaten zu Fotografien der Gleichen immer mehr werde und oft nur noch sinnlos der Auslöser betätigt wird.

Dem großen Besucherandrang Rechnung getragen, wurden heuer die Verkaufsstände außerhalb der Zuschauerzone platziert, was aber nur teilweise zu erträglicheren Verhältnissen im zentralen Bereich führte. Gleichwohl gibt es die Plätze noch, wo man nahezu ungestört dem Treiben zuschauen kann. Wer auf Trubel, sehen und gesehen werden verzichten kann, ein bisschen Mühe nicht scheut, wird sie entdecken und tolle Einblicke vorfinden. Über 10 Stunden flog eine Sehenswürdigkeit nach der Anderen! Wann sieht man 3,4,5 oder 6 Fieseler Fi 165 „Storch“, Messerschmitt Bf 108 „Taifun“, Junkers Ju 52 und und und (auch wenn es z.T. Lizenz- oder Nachbauten sind)? Oder Spitfire und Yak wie sie miteinander „Kurbeln“ und durch den Klang der gewaltigen Motorleistung selbst dem unbedarften einen Schauder abverlangen? Maschinen für die der Platz nicht ausgelegt ist, oder die, die das Risiko einer Graslandung nicht eingehen möchten, starten einfach vom nahe gelegenen Verkehrsflugplatz Leinfelden/Echterdingen und erfreuen das Publikum durch ihre Flugdarstellung. So haben z.B. die North American B-25 „Mitchell“ und Lockheed P-38 „Lightning“ der Red Bull Sammlung, die Me 262 und Bf-109 G-4 der Messerschmittstiftung und die Nord 2501 „Noratlas“ ihre Bahnen gezogen und so manches Herz noch höher schlagen lassen. Ja, hier wird geflogen bis die Sonne untergeht und darüber hinaus, selbst wenn es nur Modellflieger sind.

Es ist kaum möglich alle Flugzeuge aufzuzählen, so bleiben meist nur die genannt und gezeigt die vermeintlich am Publikumswirksamsten sind. All die anderen wunderbaren Raritäten die meist mit Hingabe gepflegt werden, bleiben dann den wirklichen Enthusiasten vorbehalten. Aber ob ein Pilot nach der Flugvorführung mit einem zufriedenen Lächeln aussteigt, oder jemand nach der erhaltenen Anerkennung für die geleisteten Arbeit mit einem stolzen Lächeln sich verabschiedet, zeigt das es allen spaß macht.

Leider ist es am Samstagnachmittag noch zu einem Flugzwischenfall gekommen, bei dem es zum Glück zu keinem Personenschaden kam, aber eine Bücker Bü 131 „Jungmann“ nach Motorversagen doch erheblich beschädigt wurde. Etwas glimpflicher kam eine bekannte Extra 300 davon, als auch sie wegen Motorproblemen am Sonntag außerhalb des Flugfeldes landen musste. So bleibt zu hoffen, dass es auch für die Zukunft zu keinen noch größeren Begebenheiten kommt und die schöne Bücker wieder aufgebaut werden kann.

Am Samstag sah man gegen Nachmittag immer häufiger Personen die dem sagenhaften Wetter ihren Tribut zahlten und mit einem kräftigen Sonnenbrand Erlösung unter einem Sonnenschirm oder dem Bierzelt suchten. In zweiteres zogen auch wir uns gegen Abend zurück und ließen das Vergangene noch mal Revue passieren, bis der Hahn auf der Weide krähte.

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