Revell 1:32
Heinkel He-162A-2 Salamander
Leutnant Gerhard Hanf
II Gruppe/JG-1 Oesau


von Michael Götz


Die Heinkel He-162A-2 war wohl das mit abstand ungewöhnlichste Flugzeug des 2 Weltkrieges. Sie entstand auf grund der Forderung des RLM ein Jagdflugzeug zu bauen was aus nicht Kriegs wichtigen Rohstoffen bestand. Als Antrieb war ein Strahltriebwerk von BMW vorgesehen, in nur 69 Tagen schaffte es Heinkel das Flugzeug zu konstruieren und den Prototypen zum Erstflug zu bringen. Während der Rumpf noch überwiegend aus Aluminium gefertigt wurde, verwendete man für den gesamten Flügel nur Holz. Dies sollte aber lange ein großes Problem der He-162 werden. Die Kaltleime die zur Fertigung des Flügels benutzt wurden, hatten nicht mehr die geforderte Qualität so dass im Flug die Tragflächen weg brachen. Trotz all der Schwierigkeiten konnten noch bis Kriegsende 116 He-162 fertig gestellt werden. Von der technischen Seite her war die He-162 ein sehr schnelles und gut bewaffnetes Flugzeug, sie schaffte dank des BMW 003A-1 Strahltriebwerk eine Höchstgeschwindigkeit von 840 km/h in 6000m Höhe. Als Bewaffnung verbaute man ihr zwei MK108 30mm Kanonen. Wie auch bei anderen sehr guten Flugzeugen der Luftwaffe kam die He-162 auch zu spät und in viel zu geringer Stückzahl zum Einsatz. Der einzige unbestätigte Abschuss einer Hawker Tyhoon soll sich am 4 Mai 1945 zugetragen haben.

Nun zum Modell, der Bausatz stammte von Revell und ist nun schon ein paar Jahre im Handel zu haben. Wie auch bei vielen anderen Bausätzen hat er mit kleineren Formfehlern zu kämpfen. Die beiden auffälligsten sind der zu runde Rumpf, dieser müsste mehr oval sein und die nicht optimale Treibwerksverkleidung. Hier und da sind noch ein paar kleinere Macken die ich aber nicht weiter erwähnen werde, im großen und ganzen ist es aber ein feiner und gut zu bauender Bausatz. Diesmal bin ich einen anderen Weg gegangen, ein Modellbaukollege hatte sich von ein paar angebauten Modellen getrennt und ich habe dankend zugeschlagen. Ursprünglich wurde diese He-162 als weiße 5 der 1 Gruppe/JG-1 gebaut. Zuerst dachte ich diese weiße 5 noch retten zu können, aber es waren zu viele Stellen nach zu arbeiten so dass dies nicht mehr möglich war. Darauf hin zerlegte ich die He-162 vollständig allerdings ohne den Rumpf zu öffnen. Der Vorbesitzer hatte bei dieser He-162 schon kräftig Resin rein gesteckt. Von CMK wurde das Cockpit, Fahrwerksschächte, Ruder der Tragflächen und das Heck verbaut. Leider haben diese Teile so ihre Tücken, die Ruder sind zu klein und diverse Details fehlen einfach. Nach viel nacharbeit konnte ich Teile wieder neu verbauen. Mit der Qualität von CMK bin ich hier gar nicht zufrieden wenn man mal bedenkt dass man ca. 18 Euro pro Set dafür auf den Tisch legen muss. Nach dem verkleben von den Flügeln und dem Heck konnte die He-162 lackiert werden. Da ich schon mal eine Revell He-162 gebaut hatte, hatte ich natürlich noch Decals von dieser übrig. Die "Nervenklau" von Leutant Gerhard Hanf der bei der 2 Gruppe JG-1 flog gefiel mir noch am besten.

Beim Lackierplan hatte ich große Bedenken, ob das so stimmt. Diese Bedenken wurden durch gute s/w Fotos bestärkt, die eine andere Lackierung zeigen. Verwirrung stiftete zusätzlich das Deckelbild des Karton, wo die Version USA 1946 zu sehen ist. Ich lackierte meine He-162 nach den s/w Fotos und musste später aber feststellen das der Plan in der Revell Anleitung so richtig war. Meine He-162 zeigt den Zustand nachdem sie in die USA gebracht worden war, ca. 1946. Beide Möglichkeiten sind also per Foto belegt und somit richtig.

Zuerst lackierte ich RLM 76, danach folgte RLM 83, dies wurde später noch etwas aufgehellt um Sonneneinwirkung darzustellen. Wie immer benutzte ich die RLM-Farben aus dem Gunze Sortiment. Für die Farbgrenzen habe ich schwebende Papiermasken verwendet. Nach einer Schicht glänzenden Klarlacks konnten die Decals auf das Modell aufgebracht werden. Nach einer weiteren Schicht folgte die Alterung mittels Ölfarbe. Diese viel recht dezent aus, da die Originale nicht mehr all zu viel Flugbetrieb mitgemacht hatten. Nach der letzten Schicht Klarlack konnte die Endmontage beginnen, das Staurohr ersetzte ich durch 2 Kanülen und die Läufe der 30mm Kanonen wurden aus dickem Plastikrundstab hergestellt. Dieser musste nur auf Länge geschnitten und aufgebohrt werden. Um dem Modell etwas mehr Leben einzuhauchen, wurden alle Ruder und klappen leicht ausgelenkt. Dumm ist es nur, daß von CMK die Querruder nur in eine Richtung ausgeschlagen dargestellt wurden. Das hieß, eines der Ruder umzubauen.

Nach den letzten noch zu ergänzenden Teilen war die He-162 nun fertig.

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