Unsere Modelle

Zlin Z-526AFM „Condor“
  von Bernhard Pethe

MIKU Model 1:72

Die Geschichte dieser speziellen Variante der Z-526 ist nicht so einfach, wie man sich das landläufig vorstellt. Es ist kein Serienflugzeug, aber es entstand aus Serienteilen und Serienbaugruppen. Es gibt in Deutschland wahrscheinlich nur einen, der sich mit der Materie der Zlin- Flugzeuge so gut auskennt, das ist mein Fliegerfreund Tobias. 
Die Geschichte dieses Flugzeuges geht auf das Jahr 1968 zurück. Da entstanden fünf Z-526AS für die tschechische Motorkunstflug Nationalmannschaft, die auch im gleichen Jahr in Magdeburg zur Weltmeisterschaft am Start waren. Aber schon unmittelbar darauf wurden mindestens drei Flugzeuge zu Z-526AF umgebaut. Auch der Prototyp der Z-526AFS entstand aus einem der fünf ehemaligen AS. Das eine verbliebene Rumpfgerüst war dann 1981 der Ausgangspunkt für die Z-526AFM. An den Rumpf hatte man eine 526A Tragfläche, was der alten 326er Fläche entsprach, montiert. Dazu kam das M-337 Triebwerk aus einer Z-43. Mit diesem Einzelstück, das den Namen „Condor“ bekam, stellte Radek Orlita mehrere Rekorde in dieser Klasse auf. Danach diente das Flugzeug mit seinen kräftigen Triebwerk, als Schleppflugzeug für Segelflieger. 
Nach der politischen Wende verlangten die jetzt auch schärfer gewordenen Zulassungsbehörden in Tschechien, eine exakte Nachweisführung über die Nutzungsdauer der Teile und Baugruppen. Das führte zur Stilllegung der OK-KZA und zur Grundüberholung bei ZLIN- Avion. Hier wurde sie wieder auf ein Treibwerk M137 umgerüstet und mit ihrer alten Zelle Nr.1026 und Zulassung OK-WXA in Moravska Trebova als Ausbildungsmaschine genutzt. 

Milos Kukla aus Kutná Hora, kurz MIKU, ist bekannt für seine qualitativ guten Resinmodelle, welche die Highlights der tschechischen Luftfahrtgeschichte aufarbeiten. Der mir vorgelegte Bausatz besteht aus 23 Resinteilen, wobei die Gussqualität dieses Bausatzes nicht immer voll überzeugen konnte. Die Flügelendkanten und Profilnasen waren zu dick und viele Teile hatten Lufteinschlüsse. Versenkte Paneellinien und gut strukturierte Bespannungsflächen an Rumpf und Leitwerk sorgen für eine detaillierte Optik. Die Gerätetafeln sind auf einer transparenten Kunststofffolie gedruckt. Dazu kommt eine Vaku- Kabinenhaube und ein sauber gedruckter Decalbogen.

So ein Resinbausatz, mit nur 23 Teilen ist ja relativ schnell gebaut. So dachte der Redakteur, so dachte ich auch. Das Problem liegt wie so oft, im Detail. Das Cockpit ist schnell mit einigen zusätzlichen Dingen, wie Sitzgurten und Bedienteilen nach Vorbildfotos aufgewertet. Sollte auch sein, da die Vaku- Kabinenhaube einen sehr guten Einblick, auch im geschlossenen Zustand ermöglicht. 
Geklebt wird grundsätzlich mit Sekundenklebstoff. Ich bevorzuge dabei Pattex Blitz Pinsel 5g. 
Da an den Tragflächen keine Stecklaschen oder Stifte vorhanden sind, muss mit eingesetzten Drahtstiften nachgeholfen werden. Das ist deswegen wichtig, um die Flügel vor dem Verkleben richtig auszurichten und die richtige V- Form einzustellen.
Das angesprochene Hauptproblem waren die vielen Luftblasen, die bei der Nacharbeit der Nasenkante und der Rumpfunterseite zum Vorschein kamen. Kaum waren die erkennbaren Löcher verspachtelt, schon traten beim Verschleifen, neue hervor. Ein Kreislauf, der sich so 10 bis 15 mal wiederholt hat. Da selbst flüssiger Sekundenklebstoff von den kleinen Löchern nicht immer aufgenommen wird, habe ich diese mit einem 0,5mm Bohrer aufgebohrt. Mitunter einfacher ist es, betroffene Stellen ganz auszuschneiden und mit neuen Resinstücken auszubessern. 
An der Motorhaube werden die zwei angegossenen Auspuffstutzen abgeschnitten und an dieser Stelle zwei Bohrungen gesetzt. Hier werden am Schluss zwei passende Röhrchen eingesetzt. Völlig unbrauchbar sind die Fahrwerksbeine. Diese wurden mit passenden Kupferrohr neu aufgebaut. Auch das Spornfahrwerk bekam eine neue Radgabel, die an ein Stück Kupferröhrchen angelötet wurde. 
Nicht jedermanns Sache, das genaue ausschneiden und anpassen der Kabinenhaube. Geklebt wird wiederum mit Sekundenklebstoff. Ein leichtes nachspachteln zum Rumpf ist notwendig. 

Nach dem Abkleben der Haube, erfolgt die Farbgebung. Revell Weis, seidenmatt mit einem Schuss Weis glänzend, damit ist es schon fast getan. Ein Hellgrau für die Radschächte und ein Mattschwarz für den Blendschutz, mehr muss nicht sein. Den Rest besorgen die Decals. Doch hier ist mit großer Vorsicht zu Werke zu gehen. Ich habe das Seitenruder vom Zierstreifen vorher abgeschnitten, um mir die Arbeit nicht unnötig schwer zu machen. Trotzdem ist es mir passiert, das ich den Zierstreifen für die linke Seite nach allen Regeln der Kunst in den Sand gesetzt habe. 
Wem so etwas noch nie passiert ist, der werfe den ersten Stein. Gut, aber woher Ersatz bekommen? Der Herr Kukla hat auf seiner Bauanleitung eine eMail Adresse. Ihm habe ich kurz mein Malheur geschildert und zu meiner eigenen Überraschung kam 10 Tage später ein Brief aus Tschechien, mit zwei neuen Decals. 
Vielen Dank, Herr Kukla. 
Nun stand der Fertigstellung nichts mehr im Weg. Die Decals funktionieren eigentlich sehr gut, man muss nur wissen, wie. Weichmacher vertragen sie sehr gut, dann aber bitte nicht mehr berühren und trocknen lassen. 
Fahrwerk und Propeller sind schnell montiert. Komplettiert mit einem Staurohr, einem Rückspiegel links, einer Schleppkupplung hinterm Spornrad sowie zwei Antennen und das Modell ist fertig. 

Warum baut man solche Modelle? Man muss schon einen Faible für die tschechischen Sportmaschinchen haben. Auch wenn der Bausatz bei vielen Teilen zu Wünschen übrig lässt, mit dem nötigen Enthusiasmus entstehen trotzdem ansehnliche Modelle. 

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