Modelsvit 1:72
Berijew Be-12
WWS Ukraine
März 2014
Saki, Krim


von Bernhard Pethe


Ich wollte schon immer einmal ein Schiff bauen. Gut, - jetzt ist es nur ein Boot, ein Flugboot geworden, aber ich kann damit leben. Der Bausatz von Modelsvit hat bei genauster Betrachtung doch mehr Detailabweichungen, als man das auf dem ersten Blick erkennen konnte. Einige Dinge wurden geändert, andere so belassen. Wird es aus dem Karton gebaut, ist es nicht allzu schwierig und relativ schnell gebaut, muss aber mit Unschärfen leben. Wer da Erfahrungen mit Amodel hat, der wird sich mit Modelsvit nicht schwer tun. Leider ist vom aufwendigen Kabinen- und Innenausbau am Schluss nicht mehr viel zu erkennen. Das war mir schon im Vorfeld klar, so dass ich eine dieser Dachluken aus der Kabinenhaube geschnitten habe. Die Luke wurde neu angefertigt. Eine zweite Änderung waren die ausgefahrenen Scheinwerfer unter den Tragflächen, die es so im Bausatz nicht gibt.

Außer die neu gezogene Astrokuppel auf dem Rumpfrücken, wurden alle Bauteile so verwendet. Aufwändigste Arbeit war, das Anbringen der Nietreihen. Die Gummiräder wurden auf einer heißen Bügeleisenfläche lediglich leicht abgeplattet und anschließend mit einer Sandpapierfeile an den Laufflächen aufgeraut. Die Fahrwerksschächte und Beine wurden im sichtbaren Bereich mit zusätzlichen Leitungen aus Bleidraht versehen. Die Kolben der Hydraulikzylinder wurden durch, im Durchmesser passenden Spitzenkanülen ersetzt. Der getrennte Aufbau von Rumpf und Tragfläche ist sehr zu empfehlen und hat sich bei mit vor allem bei der Aufbringung der Decals positiv bewährt. Die Decals sind qualitativ nicht die Besten. Hier sollte sich Modelsvit vor allem beim Trägerfilm mal was einfallen lassen. Ein dazugekaufter Decalsatz von Begemot hat mich auch nicht sehr überzeugt. Sehr gut und eine große Hilfe war der beiliegende Maskierbogen. Bei den Fotoätzteilen konnte man wirklich nur die zwei Scheibenwischer gebrauchen.

Farblich wurde das Modell mit einem selbst gemischten Grau von Xtracolor behandelt. Nach dem Aufbringen der Decals wurde nur leicht „gealtert“ und dezente Gebrauchsspuren angebracht. Abschließend wurde mit Seidenmattlack versiegelt. Sucht man im Internet, wird man feststellen, das die Be-12 recht gut dokumentiert ist. Trotzdem muss man da sehr differenzieren, da gerade bei Museumsflugzeugen oft Teile geplündert sind und fehlen, oder auch, das Teile farblich verändert wurden. Auch die Gelben 02 der Ukraine ist ein bekannter Vogel, der in den unterschiedlichsten Pflegezuständen dokumentiert ist. Von schick und fein, bis nicht Flugbereit und farblich heruntergekommen. Zeitlich lassen sich diese Zustände schwer einordnen. Nun ist sie so geworden, wie sie ist und vermutlich hat sie, so wie hier im Modell, ihre besten Tage schon hinter sich. Nach der russischen Besetzung der Krim vor zwei Jahren, gelang es den Ukrainischen Seefliegern noch rechtzeitig zwei flugfähige Be-12 aus Saki nach Mykolajiw zu retten. Eine dritte Maschine wurde später von Russland freiwillig abgegeben. Im Internet findet man Angaben, das die Ukraine vier „Tschaikas“ haben soll. Im Moment dürfen mit diesen Maschinen keine Wasserlandungen durchgeführt werden, um die Zelle nicht unnötig zu belasten um damit die Lebensdauer zu verlängern.

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