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Pitts S-2A "Special"   von Arne Goethe

LS 1/72

1943 entwarf Pitts einen kleinen, sehr wendigen einsitzigen Doppeldecker für den Kunstflug. Diese Pitts S-1 "Special" wurde ein großer Erfolg, die "Pitts" waren bald auf der ganzen Welt zu sehen. Es folgten mehrere Versionen mit stärkeren Motoren  die auch als Bausatz für den Eigenbau geliefert wurden. 1967 wurde die S-1 zur zweisitzigen und aerodynamisch verfeinerten S-2A weiterentwickelt. Diese Modifikation mit etwas längeren Rumpf kann sowohl als Zweisitzer, aber auch  Einsitzer mit verschlossenem Cockpit  eingesetzt werden. Ebenso variieren die Cockpitverglasungen : je nach Wunsch offen mit Windschutzscheibe oder auch mit geschlossener Schiebehaube. Die Pitts-Doppeldecker erfreuen sich auch noch heute großer Beliebtheit und haben unter anderem Namen auch viele Ableger gefunden.

LS ist eine fast vergessene japanische Modellbaufirma, deren Bausätze leider nur noch aus zweiter Hand zu haben sind. Die Bausätze zeichnen sich durch sauber abgegossene Teile mit feinen, negativen Gravuren aus. Den Bausatz der S-2A gab es in zwei verschiedenen Decalversionen als Bausatz - mir fiel glücklicherweise die des Rothmans-Teams in die Hände. Der Bausatz besteht aus gerade mal 22 sauberen weisen Plastikteilen und je ein Klarsichtteil für eine geschlossene Haube oder nur einer Windschutzscheibe. Mit den Decals lassen sich die vier Exemplare des Rothmans-Teams markieren.

Nun, ich habe ewig keine Doppeldecker mehr gebaut - es wurde also doch mal wieder Zeit. Ausserdem stellt dieses kleine Modell mal wieder eine willkommene Abwechslung zu der eher eintönigen militärischen Modellanschaft dar. Ich hatte nicht vor, hier ein Modell mit irgendwelchen Umbauten oder Verbesserungen zu bauen - wozu auch : Der Bausatz ist nun wirklich ausreichend schön gestaltet um ein ansehnliches Abbild des kleinen Klassikers  auf die Beine zu stellen. Die mit schöner Stoffstruktur versehenen Plastikteile passen hervorragend, es sind keinerlei Spachtelarbeiten nötig. Lediglich den Sitz habe ich mit den obligatorischen Gurten versehen und dem kleinen Cockpit ein Instrumentenbrett spendiert.
Hinzu kamen noch 2 Zylinder aus Rundmaterial und Draht sowie Auspuffrohre aus Kupferrohr. Den Rumpf noch mit ein paar typischen Verschlüssen versehen - das war eigentlich schon der ganze Zusammenbau.
Der Zusammenbau aber ist auch bei diesem Modell nicht das, was die eigentliche Arbeit ausmacht. Die Arbeit besteht hier in der Lackierung. Nach der Grundlackierung in Weis geht es richtig los : die ganzen blauen Ränder an den Flächen sind gar nicht so einfach zu lackieren. Als dies geschafft war, freute ich mich schon zu früh auf das Anbringen der Decals ...

Die Decals machen auf dem Papier einen ganz guten Eindruck. gewundert habe ich mich dann aber, das sich diese Decals auch nach einer Stunde im Wasserbad nicht vom Papier lösen wollten. Sie lösten sich erst durch mechanische Nachhilfe mittels einer Pinzette. das vertragen die Decals ganz gut, mit etwas Gefühl abgezogen entstehen keine Schäden. Als Weichmacher sollte man unbedingt das scharfe "SOL" von Microscale da haben und Geduld aufbringen. Die Decals werden irgendwann weich und passen sich den Strukturen an - aber das braucht Zeit und viel Weichmacher. Das Ganze aber nutzt bei der  Motorverkleidung gar nix : Hier muss man einfach noch mal mit der Airbrush ran - die dafür vorgesehenen Decals sind falsch dimensioniert und schaffen es auch nicht, um sich um diese engen Rundungen zu legen.
Nun, als dies alles dann doch geschafft war, konnte ich nun die obere Tragfläche montieren. Nun kam das für mich Spannenste und was ich bisher vor langen Jahren nur einmal mit wenig Erfolg versucht hatte : Die Verspannung. Dazu hatte ich vorher entsprechende Löcher gebohrt. Durch diese fädelte ich nun aus Wattestäbchen gezogene feine Fäden. Im gespannten Zustand wurde nun etwas Sekundenkleber in die Löcher gegeben und danach die Enden der Fäden gekappt. Die Löcher wurden noch mit etwas Farbe verfüllt und überschliffen. Das Ganz hat gar nicht so schlecht funktioniert - aber nervenaufreibend war es für mich doch schon.

Nach ca. einer Woche Bauzeit, in der ich richtigen Spaß mit diesem Modellchen hatte, war die kleine Pitts fertig und sorgt nun für Abwechslung im Regal. warum eigentlich gibt es sowenig Bausätze solcher hübschen Sportflugzeuge ?

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