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Focke Wulf Fw 190 A6/R11
   von Rolf Seyfried
1./NJGr 10 Ende 1944

Hasegawa 1:72

Schnell zeigte sich das die einmotorigen Jäger, die im Verfahren „Wilde Sau“ eingesetzt wurden, keine ausreichende Ausrüstung für den Nachtflug hatten. 
Um die einmotorigen Maschinen besser an die Nachtjagd anzupassen wurden bei einigen verschiedenen Nachtsuchgeräte und gewisse Nachtflugausrüstung eingebaut. Diese Maschinen wurden nachdem die „Wilde Sau“ Geschwader nach und nach die Nachtjagd wieder abgab, zum teil an die NJG 10 (Nachtjagdgruppe 10) abgegeben. So auch die von Fritz Krause geflogene Focke Wulf Fw 190 A6/R11 „weiße 11“. Sie zeigt ihre frühere Verwendung beim JG …. durch das „Wilde Sau“ Wappen auf der Motorabdeckung.
Die zahlreichen Dipole (Antennen) gehören zum Fug 217 „Neptun“ J2 eine Art RADAR
und diente zum auffinden feindlicher Maschinen. Ebenfalls zur speziellen Nachtflugausrüstung gehört der Landescheinwerfer im linken Flügel. Eingesetzt wurde sie bei der NJG 10 im Herbst 1944 von Werneuchen aus.

Angefangen wurde wie meist mit der Recherche zum Original, denn den Bauanleitungen und Lackiervorschlägen der Bausatzherstellern sind nicht immer vertrauen zu schenken. Meine Quellen waren „Die Deutsche Nachtjagd“ Motorbuchverlag, „Fw 190 in Action“ Squadron, „Geschichte der Deutschen Nachtjagd“ Motorbuchverlag, „German Nightfigther Aces in WWII“, „Nightfighter Over the Reich“, „Bordfunkgeräte- Vom Funksender zum Bordradar“ Bernhard & Graefe Verlag, www.flugzeugforum.de, www.JG300.de, Internet…
Auch manches Farbprofil ist eher der sprühenden Fantasie des Künstlers zu verdanken, als gewissenhafte Auswertung von historischen Unterlagen. Was aber zur totalen Verwirrung führt ist die in den verschiedenen Quellen unterschiedliche Angabe der Versionen dieser Maschine. Da gehen die Autoren von einer 190 A5 bis zu einer A8 aus, nach ansehen der unterschiedlichsten Bücher, vieler Fotos, so wie der Hilfe von Herr Aders, kann aber davon ausgegangen werden das es sich, wie Hasegawa angibt, um eine Fw 190 A6 handelte!
Dennoch führt Hasegawa mit deren Fw 190 A6, den einen oder anderen Modellbauer der nur nach Bauplan bauet, zu so manchen Fehler der leicht vermeidbar wäre.
Vorwegnehmen möchte ich dennoch, dass diese Fw 190 A6 (A8) mit der von Revell zu den Besten gehört die in 1:72 erhältlich sind und reinen Modellbauspaß darstellt!
Was natürlich keineswegs heißt das man da nichts verbessern kann.
Daher wurden bei diesem Modell der sonst ausreichend detaillierte Führerraum durch einen Abguss des tollen Aires Cockpit für die Fw 190 ersetzt und mit Gurten von Eduard verfeinert.

Alle Ruder und die Spreizklappen (Landeklappen) wurden ausgesägt und zum teil in ausgelenkter Position wieder angeklebt. Die Fahrwerkschächte wurden entfernt, sie sind falsch, denn es war eine Verbindung der Schächte vorhanden. Dargestellt wurde der richtigere Fahrwerkraum durch einen Abguss vom Detail Modell Fw 190 Fahrwerkschacht. Die Fahrwerkstreben, Klappen und Räder der schon erwähnten Revell A8 sind doch einiges besser detailliert und wurden daher, nach anbringen der Bremsleitungen, ebenfalls als Abguss verwendet. Der Schacht des Spornrades ist gar nicht vorhanden und wurde deshalb geöffnet. 

Da aus der gleichen Form auch die Fw 190 A8 von Hasegawa entsteht, mussten einige Gravuren verspachtelt und verschliffen werden. Dagegen vergessen und daher einzubringen sind die Handlöcher sowie das Loch für das Revi im Blendschutz der Frontcockpitverkleidung und die Ausschussöffnung der Signalpistole rechts unterhalb der Kanzel. Das Lüfterrad, gleich hinter dem Propeller, wurde wieder aus eine Äzteilset von Eduard entnommen, da das Bausatzteil einfach etwas Klobig wirkte. Grundiert wurde mit einem Alufarbton von ModelMaster und lackiert wurde mit Xtracolor in den Farbtönen RLM74/75/76/02. Die Details wurden mit „Gunze“ und den noch neuen Acrylfarben von Revell bemalt.
Wie gewohnt sind die Decals in guter Qualität, nur dem „Wilde Sau“ Wappen fehlt der rote Rand und muss entweder nachgebessert oder ein neues Wappen besorgt werden. 

Nahezu Standard ist es, auch in diesem Maßstab, die Rohre der Bewaffnung und das Staurohr aus Kanülen zu erstellen. Wobei die MG-Mündungen über dem Motor nur aufgebohrt werden müssen, da sie sehr schon wiedergegeben sind.
Die Anbringung der Dipole (Antennen) an der Unterseite nach Bauplan ist so nicht im Original belegt.
Es erforderte einige Mühe die richtige Anbringung zu ermitteln. Schlussendlich wurde wieder durch das Internett und im speziellen durch Herrn Aders geholfen. Danach stellte es keine Probleme dar sie entsprechend anzubringen und zwar nur unter der rechten Tragfläche in einer Linie nahe der Flügelwurzel. Der Anbringung auf der Oberseite kann dagegen getrost Vertrauen geschenkt werden. 

Da die Kabinenhaube schon getrennt beiliegt steht einer geöffneten Darstellung nichts im Weg, der bewegliche Teil wird aber der Einfachheit halber erst jetzt nach dem Lackieren angeklebt. Der Rückenpanzer vom Bausatz wurde wieder gegen einen Ätzteil ersetzt und nach dem anbringen der restlichen Kleinteile fehlten nur noch die Positionslichter und der Landescheinwerfer.
Hasegawa hat einen wunderbaren Bausatz erstellt, der auch ohne Änderungen ein Tolles Modell ergibt und für viel Spaß sorgt.

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