Unsere Modelle

Messerschmitt Bf 109 G-6/A 2./EJG 2
  von Rolf Seyfried


Revell 1:72

Das Modell soll die „grüne 5“ von Oblt. Manfred Deiterle im Winter 1944/45 bei der
2./EJG 2 darstellen, so wie sie im Dezember 1944 vom Flugplatz Hagenow (südliche von Berlin) eingesetzt wurde.
Am 09.03.44 wurde in Ludwigslust eine Ergänzungsnachtjagdstaffel aufgestellt, deren Aufgabe es war die Endausbildung für die einmotorigen Nachtjäger der Jagdgeschwader 300-302 und der NJG 10 und 11 zu leisten. Die Erweiterung zur Ergänzungsnachtjagdgruppe (ENJGr.) erfolgte schließlich im Sommer 1944. Am 02.11.44 wurde die Bezeichnung von ENJGr. in I./EJG 2 geändert ohne die Gruppenstruktur zu ändern. 
Die „grüne“ 5 flog mit einigen anderen Bf 109 G6/AS der gesamten Gruppe vorwiegend nächtliche Mosquito jagt. 
Da es keine Bf 109 G-6/AS in meinem Maßstab gibt, wurde die G-10 von Revell besorgt. 
Den Bausatz von Revell hab ich vor Jahren schon mal gebaut, nur scheinen die Formen langsam ans Ende ihrer Lebensdauer zu gelangen. Viele der Gravuren waren nicht mehr vollständig und gerade an den Flügelrandbögen war alles sehr „Ausgefranst“!
Der sehr weiche Kunststoff macht ein Bearbeiten dafür sehr leicht, dies birgt aber naturgemäß auch einige Gefahren. 

Der Bausatz ist im Allgemeinen recht ansprechend und Passgenau. Mit einwenig zusätzlicher Arbeit lässt sich so ein sehr schönes Modell bauen.
Das Abtrennen der Landeklappen, Seiten- Höhen- und Querruder ist schnell erledigt und bringt somit später etwas mehr „Leben“ an das Modell.
Leider hat Revell den Kopfpanzer an die Rumpfschalen „angegossen“, das ist natürlich nicht akzeptabel und er muss somit abgetrennt werden. Der Ladelufteinlass hat leider keinen „Einlass“ und musste aufgebohrt werden, die Schweißnaht wurde mit einem dünn gezogenen Gießast dargestellt.
Der Prop. ist überhaupt nicht zu gebrauchen! Er ist viel zu klein und in der Form auch noch falsch, einen besseren hab ich in der Ersatzteilkiste gefunden. Da dieser nun aber auch eine andere Befestigung benötigte, wurde sie anhand zweier ineinander gestreckter Injektionsnadeln schön leicht drehbar hergestellt. 
Die Abschirmbleche über den Abgaskrümmern sahen alles andere aus als Bleche und sollten durch bessere ersetzt werden. Leicht geht dies z.B. mit Blechen von Teelichtern. 
Das ETC (Bomben/Tankaufhängung) vom Bausatz ist auch nicht so gelungen und wurde abgeschliffen. Ein besseres lag in der Grabbelkiste und stammt von einer Academy G-6.
Die MGs über dem Motor wurden durch welche von Schatton ersetzt und der „Schusskanal/Ausbuchtung“ wurde so bearbeitet das beim öffnen die Mündungen nicht gestört hätten.
Natürlich kann man, wenn man eh die Kleinbohrmaschine in der Hand hat, die Auswurfschächte der Kanonen unten am Rumpf öffnen.
Viele Fotos zeigen BF 109s mit „ausgefahrenen“ Vorflügeln!
Diese können aber getrost auch im eingefahrenen Zustand dargestellt werden, da sie, so zu sagen „Feder betätigt“ waren und oft am Boden von den Warten wieder in „Normalfluglage“ zurückgedrückt wurden.
Um mehr Modellbauspaß zu haben, habe ich sie weggeschliffen/geschabt und mit Blech von Teelichtern neu erstellt, um sie später in ausgefahrenen Zustand darstellen zu können.
Die Positionslichter an den Flügelenden sind „ausgeschnitten“ und mit Bohrungen versehen um nach dem Lackieren die „Birnen“ besser anbringen zu können.
Die Bügelkannten wurden alle abgetrennt um sie später mit kleinen Blechen besser nachzubilden. Die des Seitenruders müssen eh entfernt werden, weil sie so nicht an dieser G-6/AS waren. 

Von Revell vergessen wurden die Hutzen links und rechts unterhalb der seitlichen Frontfenster, die kleinen Beulen hinter den MG- Öffnungen, das Scharnierband zum öffnen der Motorcowlings, die Zugangsklappe an der Rumpfunterseite, ein Zugangsdeckel auf dem linken Flügel, den Auslaß des Ölkühlers, die mittigen Betätigungsstangen aller Kühlereinlasse, das kleine mittige Loch unten zwischen Spinner und Ölkühler, die Betätigungsstange des Flettnerruders des SLWs, je vier längliche Löcher in den Farwerkschächten, die Darstellung der Öffnung für die Aufbockgestelle hinten am Rumpf…dies alles sollte bei einer G-10 wie auch bei meiner G-6/AS so gewesen sein und wurde daher ergänzt.
Der Ölkühler entspricht eher dem der G-6, denn bei der G-10 müsste er etwas „bulliger“ sein, das sparte in diesem Fall aber eine menge Arbeit! 
Eigentlich hätte eine G-10 beim Staufach hinter dem Piloten einen Kasten, dieser und auch die Staufachklappe, die ersatzweise vorhanden sein sollte, sind nicht im Bausatz berücksichtigt. Da eine G-6/AS diesen Kasten eh nicht hatte, wurde der Staufachdeckel mit einem Stückchen zurechtgeschnittenem Kunststoff- Sheet erstellt.

Des Weiteren muss, um von der Grundauslegung der Revell G-10 eine/diese G-6/AS zu machen, noch folgendes geändert werden:
1. die Öffnung des Antennenmast am unteren linken Flügel schließen
2. der Deckel zum Ölpeilstab, vorn an der linken Motorcowling, nach unten versetzten 
3. der Deckel zum Kompass an der linken Seite verspachteln
4. je nach Rüstsatz, Deckel an der rechten Seite verspachtelt oder gravierten
5. die „großen“ Rader müssen gegen schmalen ausgetauscht werden
6. die großen Radverkleidungen an der Oberseite der Flügel müssen gegen kleine Beulen ausgetauscht werden
7. der HF-Antennenmast muss von der Erlahaube auf den Rumpfrücken

Langläufig wird eine komplette schwarze Lackierung als einfach angesehen, was sie aber nicht ist, wenn das Ergebnis nicht etwas „steril“ aussehen soll!
Lackiert wurde mit Farben von Xtracolor, wobei das Schwarz etwas aufgehellt und einen „Schuss“ rot beigemischt wurde.

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