Jörg Schlegel
* 02.12.1968 - † 21.01.2017


Das Jahr hat kaum begonnen und wir müssen das Ableben eines lieben Freundes und eines begnadeten Modellbauers zur Kenntnis nehmen.

Jörg Schlegel hat uns verlassen.

Nicht alle von uns finden in diesem schweren Moment Worte.

Bernhard

Das Plötzliche, das Unerwartete, das Unumkehrbare ist das, was nicht fassbar ist und uns in ein großes, tiefes Loch fallen lässt. Wie soll man begreifen, was passiert ist?

Ich kannte Jörg seit über 20 Jahren und habe seine Entwicklung beim Modellbau miterleben können. Seine Verliebtheit ins Detail, die Umsetzung aufs Zehntel Millimeter, in einem Maßstab der dem Normalmodellbauer schon resignieren lässt, machte ihn zu einem der Besten in seinem Metier.
Die vielen Auszeichnungen auf unzähligen Ausstellungen, die wir gemeinsam besuchen durften, die Artikel im Modellfan, geben ein Zeugnis von seinem Können. Er war jemand, der die Dinge voran trieb, der neue Ideen hatte und bei deren Umsetzung immer mit vorn dabei war. Mit ihm konnte man herrlich Abends unter Modellfreunden feiern, ein Bier trinken, meist blieb es nicht dabei, konnte über alles Fachsimpeln und man konnte viel lachen. Bei seiner umgänglichen Art, hatte er viele Freunde, und nicht nur in Deutschland.
Im letzten Jahr durfte ich Teile in einem Modell verbauen, die er uns selbstlos überlassen hatte. Das alles geht plötzlich zu Ende und zeigt uns, dass ein Leben meist zu kurz ist. Unfertige Modellprojekte werden auf seinem Basteltisch liegenbleiben, unberührt, wie ein Stillleben. Meine Gedanken sind aber auch bei seiner Frau und den beiden Kindern, deren Vater gerade 48 Jahre alt geworden ist.
Die Lücke, die Jörg bei uns hinterlassen hat, wird keiner mehr schließen können. Man sagt immer so einfach, alles wird gut, aber es wird nie mehr, wie es war.

Wenn ein Mensch stirbt, dann ist das so, als verschwände ein Schiff hinter dem Horizont.

Jörg Du bist zu früh gegangen, mach´s gut alter Freund, Du bleibst trotzdem bei uns.

Rolf

Jörg!? Da ist sie wieder, diese surreale Leere in einem, wenn man erfahrt das ein vertrauter angenehmer Mensch für immer gegangen ist. Es ist leer in mir, so schlagartig, da ich nie damit gerechnet hätte und ich es nicht wahrhaben möchte. Jörg ist mir in der Masse des FF bewusst aufgefallen als er mit einer Eisensäge die Motorgondeln der Fine Molds Me 410 zersägte, da diese um einige Zehntel Millimeter nicht dem Maßstab entsprachen. Seit dem zog mich dieser Modellbauer weiter in den Bann der Detaillierung. Es war ihm nichts zu aufwendig und wahre Abgussorgien verliehen ihm, in unseren Reihen, ein Wissen über diese Technik, die mich oft nachfragen ließ. Ach, das gieß ich ab. Das gieß ich für dich ab. Haben wir oft gehört und mancher dachte wohl wie leicht er an die Sache ran geht? Wie bewundernswert! Er war aber natürlich noch viel mehr! Wann ich ihn persönlich kennengelernt habe weiß ich nicht mehr, aber ich weiß das ich schnell feststellte das wir die Welle gemeinsam ritten.
Es war ihm stets eine Freude hilfreich zu sein und man hat gemerkt wie er sich über gelungene Modell anderer erfreuen kann. Komm zeig mal her, die musst du allen zeigen, die muss in den Wettbewerb, das ist was! Sein Ansporn war so beispielhaft.
Und am Abend nach einer Ausstellung leuchteten seine Augen, noch viel mehr wenn er so mancher Geschichte gelauscht hatte. Es waren tolle Abende mit ihm, immer ein Highlight einer langen Ausstellung. All das wird fehlen, seine begeisterte Art wird fehlen, seine Detailverliebtheit wird fehlen...er wird fehlen! Wie nur seinen nächsten Angehörigen, dass können wir nur erahnen.
Helfen und lindern können wir nicht. Es bleibt uns wieder nur die gemeinsame Trauer!

Schön eine solchen Kerl im FFMC gehabt zu haben! Danke Jörg, danke für alles!

Thomas

Jeder Verstorbene ist ein menschlicher Verlust. Aber Jörg ist mehr für mich. Ich fühle mich wie ein Mönch im Mittelalter, dessen Klosterbibliothek abgebrannt ist. Unersetzliche Unikate, die einfach nicht mehr da sind. Wissen, Technologien, Weltbilder - alles weg.

Genau so ist es mit Jörg. Er war ein ganz Großer - menschlich und fachlich, bezogen auf unser gemeinsames Hobby. Wie Rolf schon schrieb - die Lego-Steine der Kids kurz zweckentfremdet, bisschen Silikon und ausreichend Harz - da war sie, die Kleinserie. Der augenzwinkernde Hang zu Detail, ob Mais und Sonnenblumen auf dem Diorama, oder die Frage, wie geriffelte Folie aus Schokowaffelverpackungen für Cockpitstrukturen bzw. Teebeutel für Gepäcknetze taugen, zeigte uns bei jedem Beisammensein auf, dass alles in unserer Umwelt irgendwann und irgendwie zum Modellbau taugt.

Jörg war ein ganzheitlicher Modellbauer. Auch hier bin ich im Anschluss an Rolf beim Schlegel'schen Trennschnitt. Wo andere mit Ätzteilsägen noch größte Bedenken haben, tat's hier die grobmotorisch unterlegte Eisensäge aus' Keller und das in einem körperlich angezählten Zustand, wo der Großteil von uns alles andere als Modellbau gemacht hätte. Er kannte keine modellbauerischen Tabus, alles war im Sinne seines hohen Anspruchs möglich.

Und dieser hat uns exotische und hochwertige Modelle beschert, die in Kontexten eingebunden waren, die stets mehr zu sagen hatten, als das eigentliche Modell. Im FFMC wird ein Leistungsträger und Impulsgeber fehlen, das dürfte unstreitig sein.

Es fehlt aber auch ein Vater und Ehemann, daneben ist das, was uns bewegt, belanglos. Gerade in der aktuellen Phase der menschlichen, persönlichen und familiären Entwicklung ist der Verlust unkompensierbar. Meine Gedanken sind bei seinen Lieben.

Ab heute trage ich meinen Spitznamen "armchair-Modellbauer" mit ganz besonderem Stolz, er bleibt mein ganz höchstpersönliches Andenken an Jörg.

René

Jörg...
Wenn ein noch junger Mensch und Freund so plötzlich von uns geht, fragt man sich immer warum nur. Leider gibt es auf diese Frage keine Antwort.
Ich kannte Jörg seit einigen Jahren und seine aufgeschlossene freundliche Art war mir von Anfang an sympatisch. Besonders fasziniert war ich von seiner akribischen Präzision auch im kleinsten machbaren Bereich. Er hat aus seinen Fähigkeiten nie ein Geheimnis gemacht und uns alle in seinen Bauberichten teilhaben, staunen und lernen lassen.

Da ich selbst eine Familie mit etwa gleichaltrigen Kindern habe, kann ich nur ansatzweise erahnen was in den Angehörigen jetzt in dieser schweren Zeit vorgeht.
Meine aufrichtigste Anteilnahme soll bei Ihnen sein.

Jörg mach's gut, es ist so schade!

Hans Peter

Mir fehlen gerade die Worte
Tschüß Jörg !!
Mein tiefes Mitgefühl gilt der Familie

Daniel

Ich kann mich noch genau an den 28. November 1998 erinnern, der Tag an dem ich Jörg das erste Mal begegnet bin. Modellbauausstellung in Pfiffelbach, sofort nach dem Aufbau wurde ich zu Geburt meines Sohnes gerufen. Ich bat Jörg, währenddessen auf meinen Ausstellungstisch zu achten. Als ich am nächsten Tag wieder nach Pfiffelbach kam, wartete Jörg schon ungeduldig um mir Löcher in den Bauch zu fragen und das Ereignis zu feiern. Mit dieser Geschichte versuche ich zu erklären, was Jörg für mich war. Es war damals, als würden wir uns schon immer kennen. Mit seiner freundlichen, gewinnenden Art fühlte ich mich sofort angenommen und akzeptiert. Seitdem ist der Kontakt nie abgerissen, wir hatten wunderbare gemeinsame Erlebnisse. Allerdings werfe ich mir jetzt vor, nicht energischer danach gesucht zu haben. Aber man denkt ja man hat ewig Zeit...
Jörg ist für mich in jeder Hinsicht ein Vorbild, sowohl menschlich als auch modellbauerisch. Eine Inspirationsquelle, einer der zuhören konnte und einer von dem man sehr viel lernen konnte. Eine echte Bereicherung. Ich werde ihn sehr vermissen.
Ich denke unsere Welt wird ohne ihn nicht mehr dieselbe sein. Für mich ist dieser Verlust nur zu ertragen, wenn ich mir vorstelle, daß er einen Platz im Himmel gefunden hat, von dem er, so kindisch das auch klingen mag, auf eine Welt im Maßstab 1/72 blicken kann.

Axel

So richtig kann ich es immer noch nicht fassen!

Seine ausgleichende Art und die Gespräche mit ihm werden mir fehlen. Mach es gut, alter Freund!

Kai

Jörg war für mich eine Instanz in Sachen Modellbau. Der Verlust schmerzt sehr.
Am Basteltisch sitzen, ein tschechisches Bier in der Hand und über die vielen kleinen Lösungen für so manches Problem schwatzen und dabei auch ganz praktisch alles in der Hand haben, es war Klasse. Das soll es jetzt nie wieder geben. So richtig raffe ich das noch nicht.
Ein Highlight eines jeden Jahres waren die Ausstellungen. Da war Jörg selbstverständlich immer mit von der Partie, war er doch oft der Initiator. Was haben wir bei solchen Anlässen gelacht, miteinander und übereinander.
Seine Rolloutrate war jederzeit Ansporn, die Qualität seiner Modelle noch mehr. Er war Mentor, auch wenn er sich wahrscheinlich nicht in der Rolle sah, oder sie je eingefordert hat, dafür war er zu bescheiden und viel zu interessiert an Lösungen die anderen eingefallen sind. Immer ging es um den Weg zum besseren Modell.
Ein Teil seines Schaffens wird weiterleben. Es sind seine Ideen, seine vielen Publikationen, aber auch die vielen kleinen Helferlein, die er immer mal wieder verteilte. Seien es kleine Schabe- oder Gravierwerkzeuge oder eben Abgüsse von selbsterstellten Detailsets.
Mit welchem Spaß Jörg Modellbau betrieb? "Light off!" - das schrieb Jörg in den kaum einsehbaren Innenraum eines seiner letzten Modelle. Warum? Weil die Schiedsrichter in Tschechien inzwischen mit Zahnarztspiegeln und Minitaschenlampen auch dorthin sehen, wo es eigentlich nichts zu sehen gibt. So war er, mit Witz und Ironie aber dennoch modellbauerisch auf allerhöchstem Niveau.
Gerne schaue ich mir Bilder seines Dioramas "Rat Race" an. Eine bis ins kleinste Detail umgesetzte Szene eines fiktiven Traktorrennens auf einer Basis im Pazifik. Im Hintergrund, fast an den Rand gedrängt eine super gebaute A-20. Unvergessen auch das lustige Sonnenblumenschätzen und dann -zählen auf seinem I-15 Diorama.
Er hatte noch so viele tolle Projekte im Kopf, die nun leider nicht Realität werden.
Wenn ich an sein Zuhause denke, schnürt es mir die Kehle zu, denn trotz allem Modellbauenthusiasmus war Jörg zuallererst ein treusorgender und lieber Familienvater. Ich kann nur hoffen und wünschen, dass seine Familie die jetzt nötige Kraft findet.

Jörg, Du hast mein Leben und meine Art Modelle zu bauen bereichert, danke!


Mike

Große Traurigkeit und tiefe Trauer - mehr ist da gerade nicht. Wie groß der Verlust ist, merkt man an den vielen Reaktionen hier und innerhalb des FFMC.
Meine Gedanken sind bei seiner Familie. Meine Frau war auch schockiert und sagte, was ihr bei den 2 oder 3 Treffen mit ihm vorallem in Erinnerung geblieben ist: sein liebevoller Umgang mit seinem Sohn und die ruhige und einfühlsame Art bei Gesprächen mit ihm.

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