Maskieren


Für das Maskieren gibt es zwei Gründe:
Bei scharfen Trennlinien bei Farbspritzarbeiten würden die Farbnebel ineinander verlaufen. Lange gerade Linien sind auch für geübte Hände nur schwer zu erreichen. Scharfe Zacken wie bei den deutschen Tarnungen im 2. Weltkrieg dürften frei Hand problematisch sein. Zu den Problemzonen gehören Triebwerke, durch ihre Rundungen, und Revisions- und Wartungsöffnungen.

Tamiya-Maskingtape verwende ich im Bereich von Kanzel und Fenstern. Es ist von überragender Qualität. Ich habe es noch nie geschafft das Band zum Ablösen von Farbe, auf die es geklebt wurde, zu bewegen. Einziger Nachteil; der hohe Preis. Ein größeres Modell damit komplett abzukleben geht ins Geld. 

Bei Kanzeln schneidet man das Band in dünne Streifen. Klebt damit die Ränder und Streben exakt ab und drückt die Ränder fest an. Überstehende Streifen werden mit einem scharfen Cutter, Messer oder Skalpel beschnitten. Für stark gewölbte Hauben empfiehlt sich das zusätzliche Einstreichen mit Maskol. Es gibt ähnliche von Gunze (Mr. Masking). Dieses Material ist eine streichfähige Folie. Diese deckt die Flächen ab, die für ein gerades Band oder eine flächige Folie nicht gut abdeckbar sind. Nach dem Trocknen haftet diese Folie und lässt mit der Sprühpistole oder dem Pinsel aufgetragene Farben nicht durch. Nach dem Farbauftrag muss die Folie und das Maskingtape vorsichtig entfernt werden. Ist doch einmal etwas Farbe unter die Folie gelangt kann die Farbe sofort mit einem flachen Zahnstocher aus Holz entfernt werden. Keine spitzen Dinge verwenden, es können hässliche Kratzer entstehen. Größere Stücke oder Streifen von Tamiya-Maskingtape sind für kleinere Arbeiten durchaus wieder verwendbar.
Es sollte generell beachtet werden, dass Folien mit der Zeit trocken werden. Der Kleber kann dann fest haften und eventuell darunter liegende Farbe mit entfernen.
Für einfachere Flächen gibt es preiswerte Alternativen: Malerkrepp und Revellfolie. 

Revell bietet eine Folie im Format A 4 an. Auf diese können Bilder oder Figuren gemalt werden. Diese Folie ist dicker als das Tape und für sehr filigrane Arbeiten eher nicht geeignet aber großflächige Abdeckungen funktionieren.

Eine einfache Methode ist das Kopieren/Vergrößern der dem Bausatz beiliegenden Bemalungsanleitung auf den gewünschten Maßstab. Die unterschiedlichen Flächen einer Farbe werden ausgeschnitten und direkt mit einen Prittstift (auf jeden Fall ein Leim der nicht fest haftet) auf das Modell geklebt. Danach direkt darauf spritzen und das Papier sofort entfernen. Trocknen lassen und für die anderen Farben genauso verfahren. Wenn nicht scharf abgegrenzte Übergänge gewünscht sind, dann etwas unter das Papier legen und spritzen. Da der Farbnebel darunter kriecht entstehen fließende Übergänge der Farben.

Eine weiter sehr spezielle Möglichkeit ist die Gestaltung von „walkaways“. Das sind Trittflächen auf den Flügen als Hinweis, wo das Wartungspersonal besser nicht hintreten sollte, um Schäden am Flugzeug zu vermeiden. Dafür liegen meist Decals (Abziehbilder) dem Modell bei. Es gehört Übung dazu, das Silbern bei so kleinen Teilen zu vermeiden, meist ist der Trägerfilm trotzdem sichtbar. Es müssen besonders dünne Bilder sein. Wenn das nicht ist, machen findige Köpfe folgendes (das gezeigte Model ist im Maßstab1:48):

Für den vorliegenden Fall wurde ein Stahlmaßstab, eine Glasplatte, eine Skalpell, ein Lineal (vorzugsweise aus Metall) und Tamiya-Tape verwendet. Der Stahlmaßstab kommt unter die Glasplatte und ein Stückchen vom Tape darüber. Nun wurde das Tape im Abstand von einem Millimeter von der Mitte zum Rand hin eingeschnitten.

Ist die gewünschte Länge der Maske erreicht, wird durch Entfernen jedes zweiten Abschnittes eine Art Kamm erstellt.

Im Anschluss wird ein weiteres Stückchen Tape so darüber geklebt, dass die einzelnen Zinken des Kammes in der Lage zueinander fixiert sind.

Nun werden die Verläufe der Linien am Modell abgeklebt. Besonderes Augenmerk sollte man auf eine immer gleiche Stärke der Linie legen. Bei Tragflächen sollte weiterhin darauf geachtet werden, das die Symmetrie zwischen linker und rechter Fläche gewahrt ist.

Danach wird die geschnittene Maske (inklusive Fixierung) von der Glasplatte abgezogen und auf dem ersten Linienabschnitt positioniert. Hier sollte man nochmals mit dem Fingernagel entlang des Kamms fahren, um eine gute Haftung der Maske zu erreichen.

Beim Lackieren, lieber mehrmals dünn die Farbe auftragen.

Danach wird die Maske wieder vorsichtig abgezogen und auf dem nächsten Linienabschnitt positioniert.

Nachdem alle Linien lackiert sind, sollte man die Maske nicht allzulange auf dem Modell belassen. Der Zeitaufwand betrug bis zu diesem Punkt ca. 30 min. 

Und wenn man sich ein bisschen mehr Mühe gibt kann es dann auch so aussehen. Ohne den „Kamm“ sind dünne durchlaufende Linien darstelbar.

Text und Fotos von Andreas Eidner u. Kai Röther (walkaways)