Fotoätzteile - Echt Ätzend?


Wer in seiner Entwicklung im Modellbau voranschreitet wird über kurz oder 
lang nicht an Fotoätzteilen vorbeikommen. 
Fotoätzteile sind dünne Metallplatten, mit denen man kleine Details darstellen kann. 
Mittels eines Filmes werden die Platten "belichtet", der Rest wird mittels einer ätzenden Flüssigkeit
entfernt. So kann man die winzigen Teilchen, die oft noch eine (einseitige) Struktur haben,
so sauber herstellen. 
Der Herstellungsvorgang ist mit dem einer Platine vergleichbar. 

Einsatzgebiete der Teile aus den Fotoätzteilen sind:
- Antennen
- Cockpitpaneele (meist mit Film für die Amarturen zum Hinterkleben)
- Innenraumgestaltungen
- Felgenoberflächen
- Hebel und Schalter
- Gurte
- Gitter
- Rumpfstrukturen
- Landeklappen
- Nachbrennersegmente
- Einstiegsleitern


Fotoätzteile gibt es Zubehörteile einzeln aber sie sind auch in einigen Bausätzen ab Hersteller
enthalten. 

Bei der Verarbeitung gibt es einiges zu beachten. 

Möglichst sollte eine (erste) Lackierung direkt auf der Platte geschehen. Das hat den Vorteil,
dass hier in einem Arbeitsgang alle Seiten beschichtet werden können, die kleinen Stege der Halterung
werden nacher bearbeitet. Aufgrund der Größe lassen sich die meisten Teile vor dem Verkleben nicht
bemalen, nacher ist es vom Handlig her nicht immer möglich. 

Geklebt wird grundsätzlich mit Sekundenkleber. Handelsübliche Plastkleber sind nicht geeignet, 
da es sich ja hier um Metall handelt.
Zum Verkleben hat sich bei mir eine eigenwillige Methode bewährt. 
Großflächige Elemente (Cockpitpaneele) kann man noch in einem Zug kleben und dann mittels Zwinge 
fixieren. 
Bei Antennen, Einsteigbügeln, Staurohren, usw. geht das nicht so einfach. 
Der zu verarbeitende Sekundenkleber wird auf einer beliebigen Unterlage aus Kunststoff (bei mir immer
kleine alte Visitenkarten o.ä.) ausgebracht (3-4 Tropfen). Nach einiger Zeit, ca. 5-10min fängt der Kleber 
an einzudicken, ist nun verarbeitungsfertig. 
Die Stelle auf dem Modell, auf der die Antenne geklebt wird ist fertig lackiert und sauber. 
Mittels Zahlstocher oder bei mir Schaschlikspießen wird ein minimaler Tropfen nun angegelter Klebstoff aufgebracht. 

Die Antenne wird in auf diese Stelle gehalten, der Kleber sollte innerhalb von 30-40 sek. anziehen und 
die Antenne fixieren. Dieses wird nicht beim ersten Male klappen, viel Geduld und Ruhe sind nötig. 
Man sollte aufpassen, dass die Pinzette keinen Kleber abbekommt, sonst klebt die Antenne 
an der Pinzette und ist verloren. 
Ich lasse die Antennen immer auf einer Pinzettenzunge ruhen, halte es seitlich in den Kleber und versuche
dann die Pinzette nach unten wegzuziehen. 
Korrigierbar ist alles noch einige Sekunden.

Nun leider hält die Antenne noch nicht für längere Zeit. wenn ich mir sicher bin, dass die erste Klebung 
"zieht", benetze ich meinen Spieß, den ich übrigens jeden Tag neu anspitzen muss, mit einem kleinen Tropfen 
frischen Klebers. Der Tropfen wird an die Klebestelle gehalten und durch die Adhäsionskräfte 
selbstständig auf Antenne und Untergrund gezogen. 

Nach dem Aushärten ist eine relativ sichere Verbindung entstanden. Ein vorsichtiges Nachlackieren ist 
empfehlenswert, bei der meist matten/seidenmatten Endlackierung ist aber besondere Vorsicht geboten. 

Nach ein wenig Übung wird man erkennen, dass Fotoätzteile bei vielen Modellen eine sinnvolle
Ergänzung darstellen und das Modell erheblich aufwerten. 

Zu den bekannten Herstellern von Ätzteilen zählt AIRES - hier die Teile für die F-100D ...

... und das fertige Produkt

Ein weiterer klassischer Hersteller von Ätzteilen ist EDUARD - hier farbig bedruckte Gurte

Aber auch für das "Drumherum" am Modell bieten Ätzteile viele Möglichkeiten - Leitern und Hemmschuhe z.B. lassen sich so originalgetreu und filigran nachbilden