Eduard 1:72
Avia B.534
AVIA B.534 4. Serie
HA-VAB
Ungarn ca. 1943


von Axel Fischer


Original
Im kurzen Slowakisch-Ungarische Grenzkrieg (23. März bis zum 4. April 1939) kam es auch zu Gefechten zwischen ungarischen FIAT CR.32 in slowakischen AVIA B-534 Jägern.
Am 24. März 1939 machte einer dieser AVIA B-534-IV Jäger, auf von Ungarn besetztem Gebiet, eine Notlandung. Der Pilot Jozef Zachar wurde gefangen genommen und nach dem Ende der Friedensverhandlungen in seine Heimat entlassen.
Die nur leicht beschädigte Maschine wurde in den Bestand der Königlich Ungarischen Luftstreitkräfte (Magyar Királyi Honvéd Légiero oder kurz MKHL) übernommen und ausgiebig getestet. Dazu bekam das Flugzeug die Kennung G.192 und die Standardlackierung der MKHL jener Zeit.
Ohne Bewaffnung und mit überarbeiteten Hoheitszeichen nutzte die MKHL die AVIA bis 1943 als Trainer. Umregistriert auf die zivile Kennung HA-VAB kam die Maschine in der Folgezeit beim Flug Club der Technischen Universität Budapest zum Einsatz. Wahrscheinlich wurden mit ihr Segelflugzeuge geschleppt. Anfang 1945 wurde die AVIA zerstört.

Modell
Bausätze die nur aus den Kunststoffspritzlingen bestehen nennt man bei EDUARD "Overtrees Kits". Ein feines und preiswertes Angebot für "Royal Class" Besitzer die (fast) unendliche Anzahl von Markierungsoptionen aus den "Royal Class" Bausätzen umzusetzen. Das Modell wurde aus einem solchen Overtrees Kit aufgebaut. Bis auf die zu präsente Oberflächenstruktur der Tragflächen ist der Eduard Bausatz gut gelungen und für ein Doppeldeckermodell recht einfach zu bauen.
Trotzdem wurden noch einige Dinge geändert:
- Oberflächenstruktur der Tragflächen
- Entfernung der gesamten Bewaffnung
- Bremsleitungen, Positionslichter, Venturi Düse, Streben im Cockpit usw. kamen hinzu
- die Querruder wurden ausgelenkt
- Kühler überarbeitet
Da für das Modell keine speziellen Ätzteile vorhanden waren, kamen die Pilotengurte, das Gitter im Lufteinlauf und das Band um den Kühler aus der Restekiste. Die Verspannung wurde mit verschiedenen Sorten Spannfaden von "Uschi von der Rosten" nachgebildet.

Bis auf die drei kleinen Embleme auf der linken Rumpfseite (aus der "Royal Class" Box) ist das gesamte Modell lackiert. Dazu wurden Gunze Farben und selbst geschnittenen Spritzschablonen verwendet. Sehr gute Bilder der ungarischen AVIA und Hinweise zur Standardfarbgebung der MKHL jener Zeit findet man in den Bänden "Hungarian Fighter Colours 1930-1945" Vol. 1 und 2 von MMP Books.
Die Größe und Position der oberen Tragflächenkennung ist Spekulation. Sie wurde entsprechend dem üblichen Standard ungarischer Zivilflugzeuge jener Zeit angebracht. Keine Spekulation ist die etwas krumme Form des "B" in der Rumpfkennung. Diese ist durch Bilder belegt.

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